„Ich habe seit sechs Jahren keine Pornos mehr geschaut.“ In einem neuen Interview mit dem Magazin „GQ“ spricht Chris Rock mit bemerkenswerter Offenheit über sein eigenes Fehlverhalten, das zum Scheitern seiner Ehe mit Malaak Compton-Rock (57) führte. „Ich war nicht liebevoll, hatte eine arrogante Einstellung und hielt mich einfach für den Größten“, sagte er rückblickend. „Ich dachte, ich kann machen, was ich will – doch so funktioniert das verdammt noch mal nicht!“
Der Komiker, der mit seiner Ex-Frau zwei Kinder hat, hatte bereits in seinem Netflix-Comedy-Special „Tamborine“ 2018 seine Seitensprünge öffentlich thematisiert. Im Gespräch mit „GQ“ fand der 61-Jährige deutliche Worte: „Es ist nichts, worauf ich stolz bin, aber etwas, das ich durchleben musste.“
„Bin nicht Gott“
Er enthüllte auch ein weiteres Problem, das seine Ehe torpediert hatte: „Ich war kein guter Ehemann und habe mir viel Pornografie angeschaut.“ Etwas, was er heute im Griff hat.
Er habe er damals versucht, seine eigenen Grenzen auszutesten, wie Rock nun weiß. „Dabei wurde mir definitiv klar, dass ich nicht Gott bin und ihm auch nicht annähernd nahe komme.“ Das habe ihn „ziemlich demütig gemacht“ – was auch mehr als notwendig gewesen sei.
Musste nach Scheidung wieder Geld verdienen
Auch die Auswirkungen seiner Scheidung im Jahr 2016 auf seine Karriere thematisierte der Hollywoodstar. Nach der Trennung habe es einige Zeit gedauert, bis er beruflich wieder Fuß fassen konnte: „Niemand kommt unbeschadet durch eine Scheidung, das braucht Zeit.“
Hinzugekommen sei, dass ihm nach der Trennung nicht mehr das Geld zur Verfügung gestanden habe, das er zuvor besaß. „Also musst du wieder richtig Geld verdienen, weshalb ich sehr viel Stand-up-Comedy gemacht habe.“
Therapie, um Beziehungen zu verbessern
An anderer Stelle des Interviews sprach Rock darüber, dass er eine Therapie begonnen habe, um seine persönlichen Beziehungen zu verbessern. „Mein Privatleben entsprach nicht dem, was ich mir gewünscht hatte – mehr möchte ich dazu nicht sagen“, erklärte er knapp.
Auch seine diagnostizierte nonverbale Lernstörung (Nonverbal Learning Disorder, NVLD) kam zur Sprache. Sie kann unter anderem die Fähigkeit beeinträchtigen, nonverbale soziale Signale wie Mimik, Gestik und Körpersprache richtig zu verstehen und einzuordnen. Der Komiker sagte, die Diagnose habe ihm geholfen, die Auswirkungen seines eigenen Verhaltens auf andere Menschen besser zu verstehen. „Mir wurde dadurch klar, wie unsensibel mein Verhalten gegenüber anderen oftmals gewesen ist“, räumte er ein.
Die „merkwürdige Mischung“ aus psychischen Problemen und Ruhm habe sein Leben besonders verkompliziert, erklärte er. Er habe geglaubt, dass andere Menschen sich einem gegenüber auf eine bestimmte Weise verhalten, weil man prominent sei. „Deshalb habe ich früher alles auf meinen Ruhm geschoben und mir eingeredet, die anderen verstehen mich nicht, weil ich eben so außergewöhnlich bin“, reflektierte Rock selbstkritisch. „Ich hielt mich schlicht für verdammt besonders.“
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