Das Land Vorarlberg hat vor einigen Monaten voller Stolz eine eigene Landes-KI namens VOKI vorgestellt, welche auf einem chinesischen Sprachmodell basiert. Das Programm hat allerdings noch seine Tücken, die Landesmitarbeiter schwanken ob der vielen fehlerhaften Aussagen zwischen Belustigung und Ärger. Laut ORF Vorarlberg funktioniert zumindest eines: die Verbreitung chinesischer Propaganda.
Aus Vorarlbergs Alt-Landeshauptmann Herbert Sausgruber, dem vielleicht schwärzesten Schwarzen seit Gründung der Volkspartei, hat VOKI einen Freiheitlichen gemacht, Landesrätin Martina Rüscher, ebenfalls ÖVP, wurde zur Roten umgefärbt. In „Ländlekunde“ ist die Landes-KI noch lange nicht sattelfest, dafür scheint sie aber in Sachen chinesischer Propaganda stramm auf Linie zu sein.
Laut einem Bericht des ORF Vorarlberg verweigere das System ganz gezielt Antworten zu Themen, die von der chinesischen Regierung zensiert werden. So gibt die Software etwa auf Fragen zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens von 1989 keine Auskunft. Stattdessen teilt sie nur lapidar mit, dass sie keine Informationen bereitstellen könne, „die in China als sensibel eingestuft werden“. Auch zum Status von Taiwan, den tibetischen Autonomiebestrebungen oder zur Lage der Uiguren sollte man VOKI besser nicht befragen.
„Nicht als Suchmaschine konzipiert“
Seitens Landesregierung ist man sich der Problematik bewusst, man nehme die Verzerrungen und Einschränkungen des chinesischen Modells sehr ernst, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem ORF. Zugleich wird allerdings betont, dass das System bewusst nicht als Suchmaschine oder als Quelle für Fakten konzipiert worden sei, sondern den Landesbediensteten vor allem als internes Hilfsmittel diene. Die Mitarbeiter sollen damit bestehende Dokumente durchsuchen, zusammenfassen oder übersetzen.
Wer die neue Software am Arbeitsplatz nutzt, muss vorher einen Onlinekurs absolvieren. Die Gefahr, dass der chinesische Überwachsstaat durch die KI nun auch die Vorarlberger Landesverwaltung genau im Blick hat, besteht übrigens nicht: Denn betrieben wird VOKI auf der eigenen Serverinfrastruktur des Landes, die Daten bleiben somit im Haus.
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