Burgenland als Vorbild

Auer (SPÖ) fordert kostenlose Nachhilfe

Vorarlberg
03.11.2026 07:25
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

„Privatisierung des Schulerfolges“ nennt Vorarlbergs Bildungssprecherin Manuela Auer das derzeitige System. Die Sozialdemokratin fordert ein Umdenken in der Bildungspolitik, da der Kontostand der Eltern in Vorarlberg weiterhin über den Schulerfolg entscheide.

Der Bedarf an Nachhilfe in Vorarlbergs Schulen steigt kontinuierlich an und stellt Familien vor immense finanzielle Herausforderungen. Gemäß dem aktuellen Nachhilfebarometer der Arbeiterkammer benötigt mittlerweile jedes dritte Schulkind regelmäßig Unterstützung beim Lernen, in der Volksschule ist es bereits jedes vierte Kind. Die jährlichen Kosten belaufen sich österreichweit auf 144 Millionen Euro, was einem Durchschnitt von 720 Euro pro Kind und Jahr entspricht. In Vorarlberg fallen die Ausgaben mit schätzungsweise 750 Euro pro Kind noch höher aus. Viele Familien müssen im Haushaltsbudget zurückstecken, um diese Ausgaben zu bewältigen.

Hohe Nachfrage im Burgenland
Die SPÖ Vorarlberg nimmt diesen Zustand zum Anlass, eine grundlegende Reform des Systems und spürbare Entlastungen zu fordern. In einem Landtagsantrag wird die Landesregierung aufgefordert, ein kostenloses Nachhilfe-Modell nach dem Vorbild des Burgenlands auszuarbeiten, um Chancengleichheit für alle Schüler zu garantieren. Im SPÖ-regierten Bundesland erhalten Pflichtschüler bei drohenden negativen Beurteilungen seit dem Schuljahr 2023/24 kostenlose Nachhilfe. Das Angebot erfolgt direkt im Rahmen der Schule durch zusätzliches Lehrpersonal, bereits im ersten Jahr wurde es rege in Anspruch genommen.

Förderungen, die kaum jemand in Anspruch nehmen kann
Die bisherigen Förderungen in Vorarlberg gelten hingegen als unzureichend, bürokratisch und an zu strenge Einkommensgrenzen gebunden, was sich in den vergangenen Jahren an extrem niedrigen Antragszahlen gezeigt hat. „Wenn der Schulerfolg in Vorarlberg vom Kontostand der Eltern abhängt, versagt das System auf ganzer Linie. Wir dürfen es nicht länger hinnehmen, dass Bildung zu einer Frage des Geldbeutels wird“, ärgert sich Auer. Es brauche endlich leistbare und kostenlose Nachhilfe direkt in den Schulen, damit jedes Kind eine echte Chance auf Bildung und eine erfolgreiche Zukunft habe – und zwar unabhängig von der sozialen Herkunft.

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