Licht und Schatten

Immer mehr Vorarlberger sind langzeitarbeitslos

Vorarlberg
02.11.2026 11:47
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Positive Nachrichten gibt es zum Monatsbeginn vom AMS Vorarlberg, denn der  Zuwachs bei den Arbeitslosen schwächt sich langsam ab. Eine Gruppe allerdings bereitet AMS-Chef Bernhard Bereuter weiterhin Sorgen: Immer mehr Menschen finden seit über einem Jahr keinen Job.

Die Zahlen des Arbeitsmarktservice für den Oktober zeigen Licht und Schatten. Insgesamt stieg die Zahl der Arbeitslosen in Vorarlberg im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 12.009 Personen. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat gegenüber den Vormonaten an Dynamik verloren“, resümiert AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter. 

Niedrigqualifizierte, Kranke und Ältere besonders betroffen 
Trotz erster Zeichen einer Erholung bleibt die Lage angespannt. Das betrifft vor allem jene Menschen, die schon sehr lange ohne Beschäftigung sind. Ende Oktober waren 2707 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Arbeit. Das ist ein deutliches Plus von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen sind Personen ohne Ausbildungsabschluss, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen und ältere Arbeitsuchende. „Das Arbeitsmarktservice setzt daher gezielt Maßnahmen, um Langzeitbeschäftigungslosigkeit zu verhindern und die Chancen auf eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen“, erklärt Bereuter.

Das vom AMS-Chef genannte Angebot reicht von Kursen und Umschulungen über persönliche Beratung bis hin zu finanziellen Zuwendungen für Firmen. Unternehmen erhalten Lohnkostenzuschüsse, wenn sie von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen einarbeiten. Zudem gibt es befristete Jobs in sozialökonomischen Betrieben.

Vorarlbergs AMS-Chef Bernhard Bereuter.
Vorarlbergs AMS-Chef Bernhard Bereuter.(Bild: PGR)

Gleichzeitig gibt es nach wie vor viele freie Stellen im Land. Ende Oktober waren beim Vorarlberger AMS 3045 offene Jobs gemeldet. Bereuter richtet deshalb einen dringenden Appell an die Arbeitsuchenden: „Die derzeitigen Jobchancen konsequent nutzen und sich aktiv bewerben. Jede Bewerbung erhöht die Chance, rasch wieder im Erwerbsleben Fuß zu fassen.“

Langsame Erholung in den kommenden Monaten
Die Aussichten für die kommenden Monate bleiben verhalten. Wirtschaftsforscher und das AMS rechnen damit, dass sich der Vorarlberger Arbeitsmarkt über die Wintermonate nur langsam erholt. Erst eine stärkere Konjunktur im kommenden Jahr könnte den Druck spürbar mindern. Bis dahin dürfte die Zahl der Langzeitarbeitslosen eine zentrale Herausforderung bleiben.

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