Vorarlbergs pinke Klubchefin Claudia Gamon ist von den IT-Projekten des Landes alles andere als überzeugt. Sie fordert volle Transparenz bei Millionenausgaben für Personalsoftware und der Pannenserie um die neue Landes-KI „VOKI“.
Die Vorarlberger NEOS unterstützen grundsätzlich die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, üben aber deutliche Kritik an der Umsetzung aktueller IT-Großprojekte des Landes. Im Fokus stehen die neue Landes-Künstliche-Intelligenz „VOKI“ sowie das Millionenprojekt „V-Lohn“. Claudia Gamon wirft der Landesregierung unverhältnismäßig hohe Kosten, mangelnde Transparenz und Fehlentscheidungen bei der Partnerwahl vor.
Pannenstart bei Landes-KI
Für Aufsehen sorgt derzeit die neue Landes-KI „VOKI“. Diese basiert auf dem Sprachmodell „Qwen“ des chinesischen Anbieters Alibaba – ein Umstand, der bei der offiziellen Präsentation nicht erwähnt worden sei. Zwar betone das Land die Datensicherheit durch den Betrieb auf eigenen Servern, dies ändere jedoch nichts an potenziellen Verzerrungen und Fehlern im zugrundeliegenden Modell.
Bereits kurz nach der Inbetriebnahme kam es zu peinlichen Pannen: So ordnete das System etwa den früheren Landeshauptmann Herbert Sausgruber fälschlicherweise der FPÖ zu. Medienberichten zufolge forderten führende Mitarbeiter der Verwaltung sogar bereits die Abschaltung des Systems. Gamon sieht darin ein grundlegendes Problem: Während der Bund auf europäische Lösungen wie das französische Modell „Mistral“ setze, greife das Land Vorarlberg auf Technologie aus China zurück. „Das ist dekorative Digitalisierung: Man will sagen können, man hat eine KI“, kritisiert die Klubobfrau.
Kostenexplosion bei neuer Personalsoftware?
Auch bei der Ablösung der knapp 30 Jahre alten Lohnsoftware durch das Projekt „V-Lohn“ sehen die Neos Erklärungsbedarf. Das Vorhaben, das gemeinsam mit den Vorarlberger Gemeinden und Krankenhäusern umgesetzt wird, schlägt mit über 17 Millionen Euro zu Buche. Nach der Ausschreibung blieb lediglich ein einziges zuschlagsfähiges Angebot übrig.
Die Pinken kritisieren, dass das Land die genaue Aufschlüsselung der Kosten unter Verweis auf Geschäftsgeheimnisse unter Verschluss halte. Die von der Landesregierung angepriesene Ersparnis beziehe sich zudem lediglich auf die Lizenzkosten von Land und Krankenhäusern – Einstellungs-, Beratungs- und Gemeindekosten seien dabei nicht berücksichtigt worden. Aus mehreren Gemeinden gebe es zudem Berichte über eine chaotische Umsetzung, weshalb der Umstieg teils um ein Jahr verschoben werden musste. Gamon spricht in diesem Zusammenhang von unvollständigen Angaben und „Zahlen-Voodoo“.
Neos fordern lückenlose Aufklärung
„Wir sind für Digitalisierung. Aber warum werden diese Projekte so oft schlecht umgesetzt und kosten so unverhältnismäßig viel? Da drängt sich die Frage auf, ob die Landesregierung schlecht beraten wird oder sich gar über den Tisch ziehen lässt“, erklärt Gamon. Eine Landtagsanfrage an Landeshauptmann Markus Wallner soll Antworten geben.
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