Nach eingehender Prüfung und neuen Zugeständnissen hat die EU-Kommission nun endgültig grünes Licht für die chinesische Übernahme der beiden Elektrohandelsketten Mediamarkt und Saturn gegeben.
Die Genehmigung für die Übernahme von Europas größtem Elektronikfachhändler MediaMarktSaturn durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com ist allerdings unter Auflagen erfolgt, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Brüssel hatte festgestellt, dass JD.com von China Subventionen in Form von Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüssen bekommen hatte. Die EU-Kommission sah das Risiko, dass daraus finanzierte Kapazitäten letztlich auch Ceconomy zur Verfügung gestellt werden und die Unternehmen Mitbewerber durch „eine aggressive Preispolitik“ unter Druck setzen könnten.
Auflagen sollen Quersubventionierung verhindern
Die Unternehmen werden deshalb unter anderem dazu verpflichtet, dass sämtliche konzerninternen Transaktionen zwischen JD.com und Ceconomy zu marktüblichen Bedingungen erfolgen müssen, insbesondere Finanzierungen. Das soll eine Quersubventionierung verhindern. Die Unternehmen hatten die Verpflichtungszusagen angesichts der wettbewerbsrechtlichen Prüfung vorgeschlagen und sind daran nun zehn Jahre gebunden. China hatte der EU wegen der Untersuchung im August mit Gegenmaßnahmen gedroht.
JD.com will den Düsseldorfer Konzern Ceconomy übernehmen, zu dem MediaMarkt und Saturn gehören. Filialen der Kette Saturn gibt es übrigens nur noch in Deutschland. Das Angebot des chinesischen Onlinehändlers bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro.
JD.com ist mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar (2024) laut dem Forschungsinstitut EHI größter chinesischer Handelskonzern und zählt auch weltweit zu den zehn größten. Die Gruppe, die etwa 570.000 Beschäftigte hat, ist unter anderem auch in den Bereichen Technologie, Logistik und Gesundheit tätig. In Deutschland ist das Engagement bisher überschaubar. Heuer im März startete JD.com den Onlineshop Joybuy.
Deal von Behörden in mehreren Ländern geprüft
JD.com hatte im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot abgegeben und sich wenige Monate später die Mehrheit der Ceconomy-Aktien gesichert. Behörden in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, prüften die Übernahme ebenfalls und gaben schließlich grünes Licht. Die Freigabe erfolgte vielfach unter Auflagen. Diese sollen in Deutschland etwa gewährleisten, dass die personenbezogenen Daten der Kunden geschützt bleiben. Zudem räumen sie der Bundesregierung starke Überwachungs- und Kontrollrechte ein und ermöglichen ihr, die Genehmigung im Fall von Verstößen zu widerrufen.
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