In einem weiteren Bundesland ist mit Fremdkörpern präparierte Schokolade aufgetaucht. Nach Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark wurde nun auch ein Fall aus Salzburg bekannt. Nach wie vor gilt: bitte erhöhte Vorsicht und genaue Kontrolle vor dem Verzehr!
In Niederösterreich ist bislang ein Fall bekannt. Eine Zehnjährige wurde am Montag durch einen Biss in eine Minischokolade, in der eine Nadel versteckt war, leicht im Mund verletzt. Ebenso gibt es in Salzburg einen Fall. In Oberösterreich wurden zwei Fälle gemeldet, in der Steiermark vier.
In den Bundesländern Wien, Burgenland, Kärnten, Tirol und Vorarlberg gab es bisher keine derartigen Anzeigen.
Ermittlungsgruppe „Treat“ nimmt Arbeit auf
Mittlerweile wurde eine eigene Soko in der Causa gegründet, die nun Jagd auf die Täter macht. Die Ermittlergruppe „Treat“ wird federführend im BK koordiniert. Ziel ist, die bislang bekannt gewordenen Vorfälle zentral zu erfassen, mögliche Zusammenhänge zu erkennen und die Ermittlungen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Landeskriminalämtern voranzutreiben.
„Entscheidend ist jetzt, die einzelnen Vorfälle kriminalistisch zusammenzuführen und mögliche Muster zu erkennen. Mit der Ermittlungsgruppe Treat schaffen wir dafür die notwendige zentrale Koordination“, sagte Abteilungsleiter Gerald Tatzgern.
Vernetzung über soziale Netzwerke möglich
Ähnliche Vorfälle wurden auch in Deutschland bekannt: In Deutschland gebe es „Fälle in praktisch allen Bundesländern“, sagte Tatzgern. Auch in Ungarn wurden derartige Fälle gemeldet. So berichten ungarische Medien, dass in der Stadt Gyömrő (nahe Budapest) nach Angaben der Stadtverwaltung drei Fälle bekannt wurden, bei denen Nägel oder Nadeln in Halloween-Süßigkeiten versteckt worden sein sollen. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der versuchten schweren Körperverletzung.
Auch wurden in Kanada ähnlich gelagerte Fälle bekannt. So wurden in zwei Gemeinden in der Provinz Ontario Süßigkeiten mit Metallgegenständen gefunden. Auch aus der Provinz Quebec wurden Fälle gemeldet. Nicht zuletzt aufgrund der Vorgangsweise und der Streuung der Fälle wird auch in Richtung einer Vernetzung der Täter über das Internet bzw. soziale Netzwerke ermittelt.
„Feig und hinterhältig“
„Die Polizei nimmt diese Vorfälle sehr ernst“, hieß es in einer Stellungnahme des BK. Es sei insbesondere darauf zu achten, „ob Verpackungen beschädigt oder manipuliert wurden und ob sich Fremdkörper, insbesondere metallische Gegenstände, in den Süßigkeiten befinden“. Bei verdächtigen Feststellungen sollte sofort die Polizei verständigt werden. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) Karner nannte die Taten „feig und hinterhältig und zum Teil lebensbedrohlich“. „Nägel und Nadeln in Süßigkeiten für Kinder zu verstecken, ist eine hinterhältige und bösartige Tat, die uns alle fassungslos macht. Wer so etwas tut, gefährdet das Wertvollste, das unsere Gesellschaft hat: das Wohl unserer Kinder“, hatte zudem Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erklärt.
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