Im dritten Quartal 2026 bis September haben die Notenbanken weltweit 321 Tonnen Gold gekauft. Damit seien die Käufe deutlich höher ausgefallen als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, heißt es im Quartalsbericht des World Gold Council (WGC).
Im Vergleich zum dritten Quartal 2025 habe sich das Volumen der Goldkäufe um 42 Prozent erhöht, heißt es. „Die Nachfrage der Zentralbanken blieb stark“, teilte der Branchenverband mit. Seit Beginn des Jahres ist der Preis für das Edelmetall allerdings deutlich gefallen. Nachdem die Feinunze zu Beginn des Jahres 2026 noch ein Rekordhoch bei knapp 5600 US-Dollar erreicht hatte, wurde Gold zuletzt bei 3947 Dollar (umgerechnet 3520 Euro) gehandelt. Das Minus betrug somit etwa 30 Prozent.
Dass die Notenbanken dennoch mehr Gold gekauft haben, hat mehrere Gründe. Der wichtigste ist laut Fachleuten das Bestreben, die Abhängigkeit von US-Dollar-Reserven zu verringern. Speziell Zentralbanken aus Schwellenländern stocken ihre Goldreserven auf, um ihre nationalen Reserven unabhängiger vom Dollar zu machen.
Nachfrage nach Barren und Münzen gesunken
Ein weiterer Grund ist der Krieg in der Ukraine. Gold gilt als sicherer und stabiler Anlagehafen in Zeiten geopolitischer Unsicherheit. Notenbanken nutzen das Edelmetall, um ihre Krisenvorsorge zu stärken und ihre Risiken zu streuen. In der Vergangenheit hatten auch die Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die Notenbank Fed Sorgen geschürt, dass diese nicht mehr unabhängig handeln könnte. Das hat das Vertrauen in Dollar-Reserven geschwächt.
Weniger gefragt waren im dritten Quartal hingegen Wertpapiere, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Hier hat es laut dem Bericht im Jahresvergleich einen Rückgang um sechs Prozent auf 211,2 Tonnen gegeben. Noch weniger Interesse zeigten Investorinnen und Investoren bei physischem Gold. Die Nachfrage nach Münzen und Barren ist im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gesunken. In China ist sie hingegen gestiegen.
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