Sie wollte mit ihren zwei kleinen Töchtern in Österreich ganz von vorn beginnen – mehr als vier Jahre später ist die Ukrainerin Anna tot. Erschlagen von ihrem Freund in einem Stiegenhaus in Wien. Eine Spurensuche im Leben der 35-jährigen Mutter...
Kurz nachdem Russlands Armee ihr Heimatland überfallen hatte, flüchtete die zweifache Mutter im Frühjahr 2022 mit ihren Mädchen nach Österreich. Im niederösterreichischen Bezirk Tulln fand sie – so wie etwa 30 großteils ebenfalls alleinerziehende Frauen aus der Ukraine – in einem Quartier Zuflucht. Auch ihre zwei Schwestern hatten dort ein neues Zuhause. Einer Zukunft ohne Gewalt stand also nichts mehr im Weg.
Kriegstrauma lässt Anna nicht mehr los
Doch so richtig ließ Anna das Trauma des Krieges nie los. Kein Job, keine länger anhaltende Beziehung – und schließlich landete die Ukrainerin in einem Frauenhaus. Ein Wegbegleiter schildert ihr trauriges Schicksal: „Dann ging es noch weiter bergab und letztlich wurden ihr die beiden Töchter – mittlerweile sieben und 13 Jahre alt – auch noch vom Jugendamt abgenommen.“
Nach Kindeswegnahme stürzt Mutter weiter ab
Immer wieder sei sie zudem mit blauen Flecken und Blutergüssen aufgetaucht. Die vom Krieg mit so viel Hoffnung geflüchtete 35-Jährige stürzte jedenfalls weiter ab, zuletzt war sie ohne aufrechte Meldung in der Bundeshauptstadt offenbar obdachlos. Anfang Oktober dann die Schocknachricht: Wie berichtet, wurde in einem Stiegenhaus in Wien-Landstraße eine Frauenleiche gefunden. Nach der Obduktion gab es Mordalarm!
Zurück bleiben zwei kleine Mädchen in Heim
Todesursache: stumpfe Gewalteinwirkungen gegen Oberkörper und Kopf, das Opfer war also erschlagen worden. Der am Tatort wartende Freund aus Rumänien wurde von den Ermittlern rasch als Verdächtiger überführt und festgenommen.
Wie sich herausstellte, handelte es sich bei der Frau um die Ukrainerin Anna. Viereinhalb Jahre, nachdem sie bei uns von vorn beginnen wollte, hauchte die zweifache Mutter (35) ihr Leben in einem Zinshaus aus.
Zurück bleiben die beiden Töchter, die ihre Mama verloren haben. Sie sind derzeit in einem Heim untergebracht. „Es ist wirklich tragisch. Um die Mädchen kümmert sich jetzt eine Schwester“, schildert der Bekannte nachdenklich.
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