Pilot betete vor Crash
Todes-Jet brach schon in der Luft auseinander
Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges in Florida sind neun Menschen ums Leben gekommen. Der Jet stürzte fast senkrecht in ein Wohngebiet. Der Crash gibt Rätsel auf: Neuen Erkenntnissen zufolge soll die Maschine bereits vor dem Aufprall auseinander gebrochen sein.
Das Flugzeug krachte auf eine befahrene Straße im Bezirk Palm Beach County, wie auch in Videos, die in sozialen Netzwerken kursieren, zu sehen ist. „Es sah aus wie eine herabstürzende Rakete“, erklärte Gouverneur Ron DeSantis nach dem Unglück.
Höhenverlust von rund 6000 Metern pro Minute
Die Maschine flog auf rund elf Kilometern Höhe, ehe die Piloten einen Funkspruch absetzten. Sie berichteten von Eisbildung und „mäßigen“ Turbulenzen. Es könnte sein, dass der Jet zuvor durch eine Gewitterzelle geflogen war. Kurz darauf wurde ein Notfall erklärt: „Mayday, Mayday“, hört man eine Frauenstimme rufen. Dann geriet das Flugzeug in einen extremen Sinkflug. Zuletzt wurde von einem Höhenverlust von rund 6000 Metern pro Minute gesprochen.
Bei einer Pressekonferenz wurden von den Ermittlern erste Einzelheiten zum Flugverlauf bekanntgegeben. Auf etwa 10.700 Metern Höhe wurden die Turbulenzen und dem Eis berichtet – danach bat die Flugzeugcrew die Flugsicherung, wegen Niederschlags höher aufsteigen zu dürfen. Nur eine halbe Minute später befand sich der Jet dann bereits im steilen Sinkflug.
Ein Video aus der Vogelperspektive von der Absturzstelle:
Flugzeug flog durch Gebiet mit minus 45 Grad
Brisant: Das Flugzeug ist möglicherweise bereits vor dem Aufprall auseinandergebrochen. Die Ermittler erklärten, das Trümmerfeld sei sehr groß – die Bergung aller Teile könnte mehrere Tage dauern. Die Experten des National Transportation Safety Board erklärten zudem, dass der Privatjet durch ein Gebiet mit Temperaturen um die minus 45 Grad geflogen war.
Nun hoffen die Ermittler, einen Stimmrekorder und/oder einen Flugdatenschreiber in den Trümmern zu finden. Diese Geräte könnten helfen, die Absturzursache zu klären. Unterlagen weisen darauf hin, dass der Learjet 60 zumindest mit einem Stimmrekorder ausgestattet war.
Bei dem Piloten handelte es sich um einen 55-Jährigen mit mehr als zwei Jahrzehnten Flugerfahrung:
Pilot betete Vaterunser kurz vor Absturz
Mittlerweile ist die Identität der neun Todesopfer geklärt. Am Steuer war laut „New York Post“ ein erfahrener, 55-jähriger Pilot. Jeff Gregory soll in den letzten Sekunden vor dem Absturz das Vaterunser gebetet haben, wie auch aus einer Funkübertragung der Flugsicherung hervorgeht. Die Co-Pilotin war erst 20 Jahre alt. Nathalia Filgueiras hatte die Pilotenlizenz mit 17 Jahren in der Highschool gemacht.
Millionärs-Familie mit Freunden und Nanny an Bord
Bei den Passagieren handelte es sich um einen millionenschweren Tech-Unternehmer aus Texas. Adam Robinson. Dieser befand sich mit seiner Frau Helen Sharp und deren zwei kleinen Kindern (zwei und vier Jahre alt) an Bord. Bei dem Ausflug auf die Bahamas wurde die Familie von einem befreundeten Ehepaar und ihrem Kindermädchen begleitet. Wie durch ein Wunder ging der Vorfall für die Menschen am Boden glimpflich aus: Ein Mann wurde in einem Fahrzeug am Bein verletzt.
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