Max-Reinhardt-Seminar

In der Kaderschmiede für das Theater von morgen

Kultur
02.11.2026 18:00

Hier starten gerade neun spannende Bühnenkarrieren: Was der diesjährige  Abschlussjahrgang des Max-Reinhardt-Seminars über die Zukunft der eigenen Zunft denkt.

Sie werden die Zukunft des Theaters maßgeblich mitgestalten – oder tun dies bereits: die Absolventen des aktuellen Abschlusslehrgangs im renommierten Reinhardt-Seminar in Wien. Wir haben die neun jungen Schauspieler kurz vor ihrem entscheidenden Absolventenvorspiel gefragt, was sie von ihrem Beruf erwarten und was sie sich und dem Theater von morgen wünschen.

Wagnisse und Experimente
Dass das Theater eine analoge, sehr authentische Kunstform ist, die Menschen ganz unmittelbar anspricht, fasziniert sie alle. Sie sehen Theater auch als politischen Raum, in dem heikle Themen verhandelt werden, sehen ihre Aufgabe darin, auf der Bühne einzustehen für eine solidarische Gesellschaft. Was sie dazu beitragen wollen? Immer wieder Wagnisse eingehen, experimentieren und auch vor Kontroversen nicht zurückschrecken.

Klaudia Sobota,. 23: „Aktuell befindet sich das Theater in einer Zerreißprobe. Mir ist dabei ...
Klaudia Sobota,. 23: „Aktuell befindet sich das Theater in einer Zerreißprobe. Mir ist dabei wichtig, am richtigen Strang mit anzuziehen.“(Bild: Nils Schwarz)
Jan Henri Müller, 22: „Theater ist ein aktuell unterschätzter Raum. Alles, was auf der Bühne ...
Jan Henri Müller, 22: „Theater ist ein aktuell unterschätzter Raum. Alles, was auf der Bühne geschieht, ist unmittelbar – das Politische und das Emotionale.“ was(Bild: Nils Schwarz)
Leonie Pum: „Theater ist im besten Fall ein Ort, an dem Gesellschaft ausprobiert wird. Was ich ...
Leonie Pum: „Theater ist im besten Fall ein Ort, an dem Gesellschaft ausprobiert wird. Was ich mir dafür künftig wünsche? Hinschauen!“(Bild: Nils Schwarz)
Leonard Tondorf, 22: „Was ich als Schauspieler erreichen möchte? Für Werte einer offenen, ...
Leonard Tondorf, 22: „Was ich als Schauspieler erreichen möchte? Für Werte einer offenen, solidarischen Gesellschaft auf der Bühne einzustehen.“(Bild: Nils Schwarz)
Florian Klinger, 24: „Ich versuche, mich ehrlich für das zu interessieren, was mich berührt – ...
Florian Klinger, 24: „Ich versuche, mich ehrlich für das zu interessieren, was mich berührt – und weniger dafür, der Szene gerecht werden zu müssen.“(Bild: Nils Schwarz)
Diyar Agit, 25: „Der wirksamste Schutz für bedrohte Theater ist ein volles Haus. Besuchen Sie ...
Diyar Agit, 25: „Der wirksamste Schutz für bedrohte Theater ist ein volles Haus. Besuchen Sie Vorstellungen, die gesellschaftskritisch und kontrovers sind!“(Bild: Nils Schwarz)
Felix Caspar Künzli, 24: „Theater ist besonders, weil es eine analoge Kunst ist, die im Moment ...
Felix Caspar Künzli, 24: „Theater ist besonders, weil es eine analoge Kunst ist, die im Moment stattfindet. Was ich beitragen will? Immer Wagnisse eingehen!“(Bild: Nils Schwarz)
Antonie Lawrenz, 25: „Mein Ziel: Theater zugänglich machen für alle und jeden, auch wenn du noch ...
Antonie Lawrenz, 25: „Mein Ziel: Theater zugänglich machen für alle und jeden, auch wenn du noch kein einziges Theaterstück dieser Welt gelesen hast.“(Bild: Nils Schwarz)
Elena Pfeiler, 21: „Theater ist ein Ort für Experimente, jeder darf alles sein! Elementar dabei ...
Elena Pfeiler, 21: „Theater ist ein Ort für Experimente, jeder darf alles sein! Elementar dabei ist das Aufgreifen gesellschaftlich wichtiger Themen.“(Bild: Nils Schwarz)

Wie die neun das umsetzen, zeigen sie nicht nur beim öffentlichen Absolventenvorspiel. Einige von ihnen haben ihre Karriere bereits gestartet, stehen auf der Bühne – oder vor der Kamera. So ist Felix Caspar Künzli als Tybalt in „Romeo und Julia“ in der Josefstadt zu sehen, Elena Pfeiler demnächst an der Seite von Philipp Hochmair in „Blind ermittelt“ und Leonie Pum als Teil des ORF-Casts von „Benko – Size does matter“.

Nestroy-Nominierung
Auch Diyar Agit hat bereits aufhorchen lassen: Für seine ersten Rollen wurde er 2025 für den Nestroy nominiert, demnächst ist er in einer internationalen Serienproduktion engagiert. Wo auch immer es die neun noch hintragen wird – es ist ein vielversprechender Jahrgang, von dem man definitiv hören wird.

Absolventenvorspiel: 6. und 7. November im Schlosstheater Schönbrunn; Details und Info unter maxreinhardtseminar.at

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