Immer mehr Steirer sind ohne Beschäftigung: Mit Oktober wuchs die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent. Laut IV-Präsident Maier ist in den nächsten Monaten keine Entspannung in Sicht. Die politische Opposition kritisiert die steirische Landesregierung.
Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark ist im Oktober auf über 38.000 Menschen angestiegen, was einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent entspricht. Im Bundesländervergleich ist das der zweitstärkste Anstieg nach Niederösterreich. Besonders alarmierend ist die Entwicklung laut AMS Steiermark bei jungen Menschen und Zeitarbeitskräften. Dass sich die Zahlen hier wieder deutlich verschlechtern, sei ein Warnsignal für die kommenden Monate.
Dass sich auch die Industrie neuerlich schwächer entwickelte als in den vergangenen Monaten, bestätigt IV-Präsident Kurt Maier: „Die steirische Industrie ist stark exportorientiert und muss sich mit ihren Produkten auf den internationalen Märkten behaupten. Wer zu teuer produziert, verliert weltweit Aufträge, und das schlägt letztlich auf den heimischen Arbeitsmarkt durch.“
Keine Entspannung in Sicht
In den nächsten Monaten sieht er keine Besserung: „Die aktuellen Prognosen lassen keine Trendwende erwarten. Wir haben es daher nicht mit einer kurzfristigen Delle zu tun, sondern mit strukturellen Problemen, deren Folgen jetzt am Arbeitsmarkt sichtbar werden.“
Wir haben es mit strukturellen Problemen zu tun. Die aktuellen Prognosen lassen auch keine Trendwende erwarten

Kurt Maier, IV-Präsident
Bild: Christian Jauschowetz
Ähnlich sieht das auch Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk: „Die allgemeine Konjunkturlage in der Wirtschaft ist leider nach wie vor verhalten. Die Stimmung bei den steirischen Betrieben ist von Zurückhaltung und Vorsicht geprägt. Das heißt leider auch, dass die Investitionstätigkeit derzeit eher schleppend ist.“ Ein geringeres Investitionsniveau führe unweigerlich zu einer geringeren Wirtschaftsdynamik.
Von einer Arbeitsmarktkrise möchte Herk noch nicht sprechen, aber: „Die Lage ist ernst und droht sich weiter zu verschärfen, wenn jetzt nicht entschlossen gegengesteuert wird.“
Wir sehen, dass es KI-bedingt in etlichen wirtschaftsnahen Dienstleistungssektoren zu massiven strukturellen Umbrüchen kommt.

Josef Herk, WK-Präsident
Bild: Christian Jauschowetz
Opposition sieht Versagen bei Landesregierung
Harsche Kritik in Richtung Landesregierung hagelt es auch von der politischen Opposition. SPÖ-Chef Max Lercher etwa ortet ein deutliches Versagen: „Der Negativtrend am steirischen Arbeitsmarkt setzt sich ungebremst fort, aber die Landesregierung bleibt immer noch untätig. Sie muss endlich Verantwortung übernehmen und alles daransetzen, dass die Steiermark wieder wirtschaftlich auf die Überholspur kommt.“
Dem stimmt auch NEOS-Klubobmann Niko Swatek zu: „Die Arbeitslosigkeit steigt, die Schulden wachsen und der erhoffte Wirtschaftsaufschwung bleibt aus. Mit Minischritten werden wir die großen Herausforderungen unseres Landes nicht lösen. Die Steiermark braucht mutige Reformen, die unsere Wirtschaft stärken und neue Arbeitsplätze schaffen.“
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