UNO: „Unzureichend“
Zahl der ungestraften Journalistenmorde steigt
Erstmals seit Jahren ist die ohnehin beträchtliche Quote der ohne strafrechtliche Folgen gebliebenen Morde an Journalisten nach UNO-Angaben wieder gestiegen. Sie sei um einen Prozentpunkt gestiegen und liege nun bei 86 Prozent.
Am Montag wurde der alle zwei Jahre erscheinende Bericht der UNO-Bildungs- und -kulturorganisation UNESCO veröffentlicht. Demnach wurden in absoluten Zahlen in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 189 im Medienbereich Tätige umgebracht. Das bedeute ein Plus von 20 Prozent.
Etwas mehr als zwei Drittel dieser Journalisten, nämlich 127, wurden in Konfliktgebieten getötet, hieß es in dem alle zwei Jahre veröffentlichten UNESCO-Bericht zur Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten. Die übrigen seien in anderen Ländern wegen ihrer Arbeit zu organisierter Kriminalität, Korruption oder bei Berichterstattung über Proteste getötet worden. Die meisten Journalisten kamen in ihren Heimatländern ums Leben.
Der Bericht bezieht sich auf Tötungsdelikte, bei denen die Ermittlungen ohne Ergebnis blieben oder noch andauern. Seit 2012 war die Rate zunächst von einem Höchstwert von 95 Prozent auf 85 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Vor allem in Kriegsgebieten seien die Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung derartiger Tötungen „unzureichend“, erklärte Mariya Gabriel von der UNESCO.
Drohnen werden zunehmend zur Gefahr
Seit Beginn der Datenerfassung 2006 wurden laut UNESCO weltweit 1641 Journalisten umgebracht. Das entspricht im Schnitt einem Tötungsdelikt alle vier Tage. Die Zahlen weichen in Teilen von denen anderer Organisationen wie Reporter ohne Grenzen ab. Die UNESCO begründet dies mit den Umständen der Todesfälle, die sich in Konflikten „mitunter nur schwer beurteilen lassen“. Die meisten Journalisten kamen nach der UNESCO-Erhebung in den vergangenen beiden Jahren in den palästinensischen Gebieten ums Leben, gefolgt von Mexiko, Pakistan, dem Jemen, dem Sudan und der Ukraine.
Drohnen werden in den weltweiten Konfliktregionen für Journalisten zunehmend zu einer tödlichen Gefahr. Im Zeitraum 2024–2025 kamen laut UNESCO 50 Journalisten – das sind 40 Prozent aller in Konfliktgebieten getöteten Medienvertreter – durch Drohnenangriffe ums Leben.

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