Zugunglück in Spanien
Erst Hälfte der Todesopfer identifiziert
Drei Tage nach dem schweren Zugunglück in Spanien ist erst ungefähr die Hälfte der 69 Todesopfer identifiziert. Die Behörden baten Angehörige der Vermissten, DNA-Proben zur Verfügung zu stellen, um den Vorgang zu beschleunigen. Die Familien von 27 Todesopfern seien benachrichtigt worden, hieß es.
In einem Betreuungszentrum in Toledo kümmern sich derzeit knapp 30 Psychologinnen und Psychologen um die Angehörigen. Unterdessen werden 34 der insgesamt etwa 200 Verletzten am Samstag noch in Krankenhäusern behandelt. 15 seien noch auf Intensivstationen, sagte der Regionalpräsident von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page. Ihr Zustand entwickle sich „relativ gut“.
Wie berichtet, stießen am Mittwoch zwei Hochgeschwindigkeitszüge nahe der Gemeinde Urda in der Provinz Toledo zusammen. Ein Zug war von hinten auf einen stehenden Zug aufgefahren. 69 Menschen kamen ums Leben. Im Zentrum der Ermittlungen stehen nun der Ausfall des Zugsicherungssystems LZB und mögliche Fehlentscheidungen in der Bahnleitstelle Madrid. Der Lokführer einer der beiden verunfallten Züge dürfte angewiesen worden sein, den normalen Betrieb wieder aufzunehmen, obwohl das System noch außer Betrieb war und der andere Zug noch auf der Strecke stand.
Regierung kündigt Aufklärung und Lösungen an
Verkehrsminister Óscar Puente wies Kritik an der Sicherheit des Bahnsystems zurück und schloss seinen Rücktritt aus, den mehrere Oppositionsparteien gefordert hatten. Der Minister soll sich am Dienstag vor dem Parlament zu dem Unglück äußern. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte Investitionen an, um die Sicherheit zu verbessern. Die Regierung werde nicht nur die Ursachen aufklären, sondern auch Lösungen vorlegen, damit sich eine solche Tragödie nicht wiederhole, sagte er.
Der Vorfall war bereits das zweite schwere Zugunglück in Spanien innerhalb von nur neun Monaten. Erst im Jänner waren 46 Menschen bei einem Zusammenstoß zweier Züge in Adamuz in Andalusien ums Leben gekommen.

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