Anfang 2025 wurde der sogenannte Cali-Fonds gegründet. Er soll Unternehmen, die genetische Daten von Lebewesen nutzen, an den Kosten des Naturschutzes beteiligen. Angestrebt wurden jährlich eine Milliarde Dollar aus freiwilligen Einzahlungen. Bisher kamen aber nicht einmal 10.000 Euro zusammen. Bei der UNO-Artenschutzkonferenz wurde nun versucht, neue Anreize zu setzen.
Genetische „Baupläne“ von Pflanzen und anderen Organismen sind heutzutage in öffentlichen Online-Datenbanken gespeichert. Wissenschaftler können sich die Gen-Sequenzen einfach herunterladen, was ihre Forschung erleichtert. Auch Unternehmen, etwa aus dem Pharma- oder Chemiebereich haben darauf Zugriff und machen damit Gewinne.
Um die bedrohte Artenvielfalt auf der Welt zu schützen, wurde im Februar 2025 der Cali-Fonds gegründet. Konzerne, die von Digitaler Sequenzinformation (DSI) und damit auch von Biodiversität profitieren, sollen darin etwa ein Prozent ihres Gewinns einzahlen – allerdings auf freiwilliger Basis.
Keine Beiträge aus Österreich
Auch deswegen ist das Projekt bisher ein völliger Misserfolg: Als Ziel wurden eine Milliarde Dollar im Jahr ausgerufen, bisher gingen laut Website des Cali-Fonds aber nur exakt 10.588 Dollar (9454 Euro) ein. Beiträge aus Österreich gab es nicht, überhaupt stammen alle Beiträge bisher von nur fünf Firmen, hauptsächlich britischen Biotech-Startups.
Große Pharma-Konzerne zahlten bisher nicht ein, da sie den geforderten Betrag als unangemessen betrachten. Sie argumentierten, dass nicht jedes Medikament unter Verwendung von DSI hergestellt werde. Zudem überschneide sich der Fonds mit bestehenden Gesetzen.
Die Zukunft des Fonds und seine konkrete Ausgestaltung war daher einer der großen Streitpunkte Bei der UNO-Artenschutzkonferenz (COP17), die am Samstagmorgen in der armenischen Hauptstadt Jerewan endete. Auch die Rechte indigener Völker, die zukünftig besser repräsentiert werden sollen, standen im Zentrum.
Totschnig spricht von Verhandlungserfolg
Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) verhandelte als Teil des EU-Teams das Thema DSI bei der Konferenz mit. Er sprach in einer Aussendung von einem Verhandlungserfolg. „Rechtssicherheit und attraktive Anreize“ sollen zukünftig dazu führen, dass Unternehmen in den Biodiversitätsfonds einzahlen.
Außerdem habe man sich auf eine Formel einigen können, nach der die Mittel zur Stärkung der Biodiversität ausgeschüttet werden sollen. Die eine Hälfte der Mittel solle an Staaten, die andere direkt an Indigene ausgeschüttet werden. Bevor es dazu kommt, muss aber erst einmal wesentlich mehr Geld in den Cali-Fonds fließen.
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