Eine Sanierungsoffensive bringt Sanierern nun neue Zuschüsse, außerdem öffnet sich am 2. November ein Extra-Förderfenster für alte Heizkessel. Wer schon länger über eine neue Heizung oder die Sanierung seines Hauses nachdenkt, sollte jetzt die Chance nutzen.
Der Bund startet eine neue Sanierungsoffensive mit attraktiven Förderungen: Bis zu 6000 Euro gibt es für den Heizungstausch, bei einer umfassenden Gebäudesanierung winken sogar 20.000 Euro. Und das Beste: Für den Kesseltausch öffnet bereits am 2. November ein zusätzliches Förderfenster. Die reguläre Antragstellung beginnt am 4. Jänner 2027.
Zusätzliche Chance für alle, die jetzt umsteigen wollen
Warum bis Jänner warten? Weil Fördergelder für bereits zugesagte, aber stornierte oder nicht umgesetzte Projekte wieder frei geworden sind, stellt der Bund nochmals Mittel für den Kesseltausch bereit. „Das ist ein zusätzliches, vorgezogenes Förderfenster“, erklärt Maja Oldenburg von der Energieberatung Niederösterreich.
Ab 2. November können sich Hausbesitzer registrieren lassen. Förderfähig sind Leistungen rückwirkend ab 7. Oktober 2026, die Registrierung muss spätestens bis 31. Dezember erfolgen. Für den Umstieg auf Fernwärme gibt es 4000 Euro, für eine Wärmepumpe 5000 und für eine Holzheizung 6000 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen sind weitere Zuschüsse für Solarthermie oder Tiefenbohrungen möglich.
Es gibt ein zusätzliches, vorgezogenes Förderfenster. Förderfähig sind Leistungen rückwirkend ab 7. Oktober, die Registrierung muss bis 31. Dezember 2026 sein.

Maja Oldenburg, Energieberatung Niederösterreich
Bild: Maja Oldenburg
Unabhängigkeit beginnt im eigenen Heizkeller
„Unabhängigkeit von Öl und Gas bringt Sicherheit und Kostenersparnis. Wir können uns nicht abkapseln vom Weltgeschehen, aber wir müssen in unserem Land die Versorgung sichern“, appelliert LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. In Niederösterreich habe sich die Zahl der Ölheizungen in den vergangenen fünf Jahren bereits auf knapp 54.000 halbiert. Gleichzeitig sei die Zahl der installierten Wärmepumpen und Solarwärmeanlagen in den vergangenen 20 Jahren fast auf das Siebenfache gestiegen – auf rund 153.000 Anlagen. „Alle, die ihre Heizung tauschen wollen, haben jetzt die Möglichkeit dazu“, betont Pernkopf.
Zu hohe Raumtemperature: Viele Wohnungen werden auf 23 bis 24°C beheizt, obwohl 20 bis 22°C im Wohnbereich meist völlig ausreichen. Schon ein Grad weniger spart etwa sechs Prozent Heizenergie.
Dauerhaft gekippte Fenster: Dadurch geht kontinuierlich Wärme verloren. Viel besser ist mehrmals täglich kurzes Stoß- oder Querlüften.
Heizkörper verdecken: Vorhänge, Möbel oder Verkleidungen verhindern die Wärmeabgabe in den Raum. Die Heizung muss dadurch mehr Wärme erzeugen.
Ungenutzte Räume voll mitheizen: Räume sollten entsprechend ihrer Nutzung beheizt werden. Türen zu weniger beheizten Räumen möglichst geschlossen halten.
Heizungsanlage nicht warten: Nicht entlüftete Heizkörper, falscher Anlagendruck oder mangelnde Wartung können unnötig Energie kosten.
Bis zu 20.000 Euro für ein energiesparendes Zuhause
Auch wer sein Haus thermisch auf Vordermann bringen möchte, kann kräftig profitieren. Für die Sanierung einzelner Gebäudeteile gibt es bis zu 4000 Euro, für eine Teilsanierung bis zu 10.000 Euro, sofern der Heizwärmebedarf um mindestens 40 Prozent sinkt. Bei einer umfassenden Sanierung winken je nach erreichtem Standard bis zu 15.000 beziehungsweise 20.000 Euro. „Die Höhe hängt davon ab, wie umfassend die Sanierung ist und wie stark dadurch der Energieverbrauch sinkt“, erklärt Oldenburg. Die Förderung kann maximal 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten betragen.
„Höhere Thermostatstufen heizen schneller auf.“
Nein. Das Thermostat bestimmt die Zieltemperatur, nicht die Geschwindigkeit der Erwärmung. Stufe 5 macht den Raum nicht schneller warm als Stufe 3, sondern nur wärmer.
„Nur eine neue Heizung bringt spürbare Einsparungen.“
Nicht unbedingt. Schon richtig eingestellte Thermostatventile, eine optimierte Regelung oder entlüftete Heizkörper können den Energieverbrauch merklich senken.
„Rollläden dienen nur dem Sonnenschutz.“
Falsch. Im Winter reduzieren geschlossene Rollläden nachts die Wärmeverluste über die Fenster.
„Wenn ein Heizkörper warm wird, funktioniert alles optimal.“
Nicht zwangsläufig. Luft im System oder eine schlechte Wärmeverteilung können dazu führen, dass einzelne Räume unnötig viel Energie benötigen.
„Die Heizkosten hängen vor allem vom Energieträger ab.“
Der Energieträger spielt eine Rolle, aber ebenso wichtig sind die Raumtemperatur, die Regelung der Anlage, die Dämmung des Gebäudes und das Nutzerverhalten.
Nicht länger warten - aber richtig planen!
Wichtig ist, dass der Förderantrag vor Beginn der Arbeiten gestellt wird. Auch ein Energieberatungsprotokoll bleibt verpflichtend. „Wer einen Heizungstausch oder eine Gebäudesanierung plant, sollte sich daher frühzeitig über die Voraussetzungen informieren und die nächsten Schritte sorgfältig vorbereiten“, rät Oldenburg. Die Energieberatung Niederösterreich bietet dafür kostenlose Unterstützung. Ihr Rat an Hausbesitzer: Jetzt informieren, Möglichkeiten prüfen und die nächsten Winter bereits mit weniger Energieverbrauch und niedrigeren Heizkosten genießen!
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