Scharfe Kritik, Rückzug aus der Fachgruppe – hart ins Gericht geht Anwalt Andreas Schweitzer mit der Wirtschaftskammer.
Lange Wartezeiten, unbeantwortete E-Mails, fehlende Unterstützung – Andreas Schweitzer erhebt schwere Vorwürfe gegen die Wirtschaftskammer Burgenland. Der renommierte Strafverteidiger hatte – wie berichtet – erst vor wenigen Tagen seinen Rücktritt als stellvertretender Obmann der gewerblichen Dienstleister angekündigt. Jetzt macht der Rechtsanwalt seinem Ärger über die Zustände in der Kammer Luft.
Kritik ebenso gegen WKO
„Ich habe die Nase voll“, findet der Ex-Funktionär scharfe Worte: „Wer etwas bewegen will, bekommt nicht mehr den nötigen Rückhalt. Vorschläge und Initiativen werden nicht ausreichend unterstützt. Bei manchen Führungskräften hat man den Eindruck, der Erhalt ihrer Position ist wichtiger geworden als die Arbeit für die Mitglieder.“ Schweitzers Kritik ist ein Rundumschlag und richtet sich ebenso gegen die Bundes-WKO: „Man wolle sparen, heißt es – und kündigt 200 Mitarbeiter. 41 Vizepräsidenten mit einem monatlichen Gehalt im fünfstelligen Bereich bleiben hingegen!“
Kammer in Eisenstadt weist die Vorwürfe zurück
Aus Sicht der Wirtschaftskammer in Eisenstadt bezieht sich die Kritik ausschließlich auf die Erfahrungen Schweitzers, die mit seinem Arbeitskreis auf Landes- und Bundesebene zu tun habe. „Die Fachgruppe der Gewerblichen Dienstleister fungiert eigenständig und ist auch eine eigene Körperschaft Öffentlichen Rechts“, wird erklärt.
Im persönlichen Gespräch mit dem Rechtsanwalt sei bereits klargestellt worden, dass die Kritik direkt an die Fachgruppe zu richten sei und nicht pauschal an die Wirtschaftskammer Burgenland. Nachsatz: „E-Mails werden bei uns in der Regel innerhalb weniger Stunden beantwortet, Termine je nach Dringlichkeit so bald wie möglich organisiert. Die absolut oberste Prämisse ist die Servicierung unserer Mitgliedsbetriebe.“
Transparenz und Erklärungen gefordert
Der Ärger bleibt dennoch. Schweitzer fordert Transparenz bei den Funktionärsbezügen und nachvollziehbare Erklärungen, wo und warum gespart wird. Wenn bei Mitarbeitern der Rotstift angesetzt wird, müssten auch die Kosten der Führungsebene offengelegt und überprüft werden.“ Die Botschaft des Ex-Funktionärs: „Die Kammer muss sich wieder verstärkt auf jene konzentrieren, für die sie da sein soll – die gewerbetreibenden Unternehmer.“
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