Immer wenn man glaubt, tiefer kann man in einem Wahlkampf nicht sinken, belehrt uns die Realität eines Besseren. In der Schlacht um die Midterm-Wahlen am 3. November gingen die Kandidaten schon bisher nicht zimperlich miteinander um. Donald Trump, der Meister der verbalen Entgleisungen, gab den Ton vor.
Doch was nun in Ohio passierte, ließ sogar manch eingefleischten Republikaner schaudern. Hier liegt die Demokratin Amy Acton im Rennen um das Gouverneursamt in den meisten Umfragen knapp vor ihrem republikanischen Widersacher Vivek Ramaswamy.
Um anderen Betroffenen Mut zu machen, sprach Acton vor einigen Jahren offen über den sexuellen Missbrauch, den sie als 10- bis 12-Jährige von ihrem Stiefvater erleiden musste. Ihre Mutter habe dagegen nichts unternommen. Ganz im Gegenteil: Ihr Bruder und sie „lebten in Angst vor dem gewaltsamen und erratischen Temperament unserer leiblichen Mutter“. Ebendiese zerrte Ramaswamys Team jetzt in die Öffentlichkeit – in einem Wahlkampfvideo attackiert sie auf abscheuliche Weise ihre eigene Tochter. Vier Millionen Dollar will man ausgeben, um es möglichst weit zu verbreiten,
Dass Ramaswamy eine so traumatische, höchst private Geschichte ausnutzt, sorgt parteiübergreifend für Empörung. Trump hingegen bezeichnete das Video als „Volltreffer“. Und ließ damit die Hemmschwelle politischer Schmutzkampagnen noch weiter sinken.
Tiefer geht es wohl wirklich nicht. Hoffentlich . . .
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