
Über Jahrhunderte galten Diamanten als Vermögensspeicher. Die geschliffenen Steine waren Symbol für Reichtum und Macht. Der „Große Stern von Afrika“, mit 530,2 Karat der größte geschliffene farblose Diamant der Welt, wurde 1910 in das britische Königsszepter eingefügt und unterstrich den Machtanspruch des britischen Empire als globale Supermacht.
Ihre ausgeprägteste Boomphase erlebten Diamanten Ende der 1970er-Jahre, als die hohe Inflation nach der Ölkrise das Vertrauen in Papierwährungen schwinden ließ. Weitere Hochphasen folgten 2010 nach der Bankenkrise und 2021, als die Pandemie andere Möglichkeiten, Geld auszugeben, stark einschränkte.
Heute ist es keine brillante Idee mehr, sein Geld auf das härteste aller Mineralien zu setzen. Das liegt auch an der hohen Qualität und wachsenden Beliebtheit von Labordiamanten. Diese künstlich hergestellten, ebenfalls echten Diamanten stehen natürlichen Steinen auch im Feuer um nichts nach – kosten aber deutlich weniger. Von den über Milliarden Jahre gewachsenen Diamanten sind sie mit bloßem Auge praktisch nicht zu unterscheiden.
Die Folge: Die Lager mit Naturdiamanten füllen sich, die Preise verlieren an Glanz. Wer vor fünf Jahren 10.000 Euro investiert hat, steht heute mit Naturdiamanten bei rund 6400 Euro, mit Aktien inklusive Dividenden bei etwa 17.600 Euro und mit Gold bei rund 24.200 Euro.
De facto bekommt Diamantenfieber da gleich eine ganz neue Bedeutung.
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