David Ben-Gurion, der am 14. Mai 1948 Israels Unabhängigkeitserklärung verkündet hat, war auch Gründungsvater der zionistisch-sozialistischen Arbeiterpartei, die das politische Leben mit ihren diversen Abspaltungen über Jahrzehnte bestimmt hat. Linke Ideale, wie sie etwa in den Kibbuzim mit Gemeinschaftseigentum, Gleichheit und direkter Demokratie gelebt wurden – und teils immer noch werden -, prägten das Land. Gefühlt jeder trug die gleichen Sandalen, die gleiche Uhr, die gleiche Arbeitshose.
Bei der gestrigen Wahl nahm die Nachfolgeorganisation der Arbeiterpartei nicht einmal mehr als eigene Liste teil. Das Land ist über die Jahrzehnte immer weiter nach rechts gerückt.
Wobei politisch links und politisch rechts in Israel mittlerweile anders definiert werden als in Europa. Links bedeutet: für eine Aussöhnung mit den Palästinensern, rechts bedeutet: dagegen.
Aber seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 mit seinen mehr als 1200 Todesopfern hat die Linke sich nahezu aufgelöst. Es gibt kaum mehr jemanden, der sich vorstellen kann, neben einem selbstständigen Palästinenserstaat zu leben. Die Zwei-Staaten-Lösung ist tot, egal wer in Israel die nächste Regierung stellen wird.
Premier Netanyahu hat die Zwei-Staaten-Lösung über Jahrzehnte hintertrieben. Aber auch sein größter Herausforderer, der frühere Armeechef Gadi Eisenkot, spricht von einer „wahnhaften“ Idee.
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