Während momentan wieder viel Wirbel um seine Schwiegertochter Meghan herrscht, befindet sich König Charles auf einer wichtigen Reise durch die Karibik. Auf den Bahamas sprach er nun über ein heikles Thema: die dunklen Tage der Sklaverei.
Charles ist am Dienstag auf den Bahamas gelandet. Die Hauptstadt Nassau ist sein erstes Domizil, insgesamt soll Charles‘ Karibikreise neun Tage dauern. Es ist das erste Mal seit 53 Jahren, dass Charles den Inselstaat besucht.
Auf Instagram veröffentlichte der Palast ein Foto des Königs, wie er auf seiner Flugreise auf die Bahamas in seinen Akten liest:
In Nassau wurde der britische König mit militärischen Ehren empfangen, berichten britische Medien. Die Menschen auf den Bahamas jubelten, als der König in Nassau eintraf.
Besonders im 18. Jahrhundert war Großbritannien eine führende Sklavenhandelsmacht. Im Rahmen des transatlantischen Menschenhandels wurden Schätzungen zufolge rund drei Millionen Afrikaner von englischen Schiffen in die Karibik sowie nach Nord- und Südamerika transportiert.
Obwohl Charles‘ Empfang äußerst herzlich war – die Menschen jubelten dem König zu, Staatsoberhaupte empfingen ihn herzlich lachend – hat der Besuch des Königs hinter einen äußerst ernsten Hintergrund. Denn Charles soll sich vor allem mit den leidvollen Tagen der Vergangenheit auseinandersetzen, in welcher die Einwohner des Inselstaats unter grausamer Sklaverei leiden mussten.
Charles scheut das heikle Thema nicht und sprach bereits bei einer Veranstaltung am Dienstag, die vor allem jungen Menschen gewidmet war, über die „dunkelsten Tage der Vergangenheit.“ Weiters willigte er ein, „das große Leid und die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit auf diesen Inseln und darüber hinaus anzuerkennen“. Er betonte, dass einige der schönsten, freudvollsten und hoffnungsvollsten Aspekte der Kultur des Landes „aus der Dunkelheit geboren“ worden seien. Es sei „nur richtig“, dieses historische Unrecht anzuerkennen.
Keine Entschädigung
Einzig: Eine offizielle Entschuldigung von Seiten des Königs bezogen auf die Gräueltaten während der Sklaverei gab es nicht. Eine kleine Gruppe Demonstranten soll während der Veranstaltung protestiert und gefordert haben: „Zahlt uns, was ihr uns schuldet“.
Damit bezogen sich die Demonstranten vor allem auf Entschädigungszahlungen, die sich Hinterbliebene ehemaliger Sklaven auf den Bahamas erwarten. Entsprechend der Haltung der britischen Regierung soll Charles jedoch keine Entschädigungszahlungen anbieten.
Die Reise des Königs umfasst die Bahamas, Guyana und den Inselstaat Antigua und Barbuda. Königin Camilla (79) begleitet ihn beim letzten Teil der Reise. Seit Jahren fordern karibische Staaten eine Aufarbeitung der britischen Rolle im transatlantischen Sklavenhandel und Wiedergutmachung. Zuletzt wurden die Forderungen deutlicher.
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