Karibik-Reise

König Charles: Keine Entschuldigung für Sklaverei

Royals
03.10.2026 10:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Anders als der niederländische König Willem-Alexander, der 2023 um Vergebung bat, will sich der britische König Charles III. bei seiner bevorstehenden Karibik-Reise nicht für die Sklaverei entschuldigen. Charles ließ ankündigen, die „dunkelsten Kapitel“ der kolonialen Vergangenheit aber nicht ausklammern zu wollen. 

Der Buckingham-Palast erklärte am Freitag, Charles habe sich dafür eingesetzt, die „Fehler der Vergangenheit“ und „bestehende Ungleichheiten“ anzuerkennen und werde sein Engagement für diesen Prozess auf der Reise bekräftigen.

Charles wird auf seiner Reise in ehemalige britische Kolonien in der Karibik vom 27. Oktober bis zum 4. November zum Teil von Königin Camilla begleitet. Die Bahamas und Guyana besucht er allein, den Inselstaat Antigua und Barbuda zusammen mit seiner Frau.

König Charles – hier bei den Highland-Games 2026 – wird von Königin Camilla in die Karibik ...
König Charles – hier bei den Highland-Games 2026 – wird von Königin Camilla in die Karibik begleitet.(Bild: AFP/ANDY BUCHANAN)

Charles hatte bereits bei einem Besuch in Barbados im Jahr 2021, als das Land zur Republik wurde und seine Mutter Elizabeth II. damit ihre Rolle als Staatsoberhaupt verlor, von den „dunkelsten Tagen unserer Vergangenheit“ gesprochen und die Sklaverei als eine „entsetzliche Gräueltat“ und als Schandfleck der britischen Geschichte bezeichnet.

Keine offizielle Entschuldigung
Im vergangenen Monat hatte die britische Regierung eine Forderung aus Jamaika nach Entschädigungszahlungen für die Rolle Großbritanniens bei der Sklaverei abgelehnt. Die heutigen Royals haben zwar ihr Bedauern über den brutalen Sklavenhandel ausgedrückt, mit dem ihre Vorfahren reich geworden waren, aber wie auch die britische Regierung noch keine offizielle Entschuldigung ausgesprochen.

Der Palast teilte mit, Diskussionen über das koloniale Vermächtnis und den Sklavenhandel seien „wichtig“, aber „in erster Linie Angelegenheiten, die Regierungen behandeln sollten.“

Historiker haben die Verwicklung der britischen Krone in den Sklavenhandel nachgewiesen. So half König Charles II. im 17. Jahrhunderte bei der Gründung der Royal African Company, die fast 200.000 versklavte Afrikaner in britische Kolonien brachte, wo sie unter anderem auf Plantagen arbeiten mussten. Wenige Jahrzehnte später erhielt König Wilhelm von Oranien von dem Sklavenhändler Edward Colston zahlreiche Anteile an dem Unternehmen. Colstons Statue wurde 2020 in Bristol im Zuge der Black-Lives-Matter-Proteste ins Hafenbecken geworfen.

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