Jahrelang tobte der royale Familienkrieg. Jetzt überrascht Prinz Harry mit einem aufsehenerregenden Interview, in dem er geradezu um eine Versöhnung mit seinem Vater König Charles und seinem älteren Bruder Prinz William fleht. „Bei all dem, was sonst noch in der Welt los ist, ist das Wichtigste, sich zu versöhnen.“
Der royale Dauerstreit hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Prinz Harry, der im August mit seiner Ehefrau Herzogin Meghan und den Kindern Archie und Lilibet überraschend nach Großbritannien zurückgezogen ist, will diesen nun offenbar beenden. In seinem ersten großen Interview seit seiner Rückkehr nach Großbritannien machte Harry deutlich, dass er den jahrelangen Konflikt nicht länger fortsetzen möchte.
„Manche wollen nicht, dass es klappt“
Statt weiterer Schlagabtausche setzt er auf Versöhnung und einen Neuanfang innerhalb der königlichen Familie. Harry richtete seine Botschaft besonders an diejenigen, die offenbar nicht an eine Aussöhnung glauben. Wörtlich sagte er der Zeitschrift „GQ“: „Manche Leute wollen nicht, dass es klappt. Ich möchte, dass es klappt. Bei allem, was sonst noch in der Welt vor sich geht, ist es am wichtigsten, sich zu versöhnen – das ist der entscheidende Punkt.“
Bei all dem, was sonst noch in der Welt los ist, ist das Wichtigste, sich zu versöhnen.
Prinz Harry
Gleichzeitig räumte Harry ein, dass die Vergangenheit nicht einfach vergessen werden könne. Die Verletzungen der vergangenen Jahre seien weiterhin spürbar. Dennoch plädiert er dafür, alte Konflikte loszulassen und nach vorne zu schauen.
Prinz Harry: „Narben bleiben für immer. Aber entscheidend ist, wie man die Dinge wahrnimmt und mit den Ereignissen umgeht, die passiert sind, und ob man die Vergangenheit loslassen kann. Das ist etwas, das ich jedem empfehlen würde: Wenn es bestimmte Dinge aus der Vergangenheit gibt, die einen jeden Tag noch beeinflussen, dann ist es natürlich schwerer, sie loszulassen. Aber für mich gibt es bereits genug Drama auf der Welt und genug Drama im Leben der Menschen, um weiterhin Probleme innerhalb der Familie mit sich herumzutragen.“
„Es wurden Kämpfe ausgefochten“
Die Einstellung zu seinem Land, das er vor sechs Jahren verlassen hatte und in das er jetzt zurückgekehrt ist, habe sich verändert. „Was damals geschah, ist Vergangenheit. Was in den letzten sechs Jahren passiert ist, ist eine Fortsetzung davon“, so der Prinz. „Es wurden Kämpfe ausgefochten – und das war auch notwendig. Angesichts all der anderen Ereignisse in der Welt gibt es Aspekte der Vergangenheit, die wir alle – ich, meine Familie und Teile der britischen Presse – sicherlich gerne hinter uns lassen und uns für das Gemeinwohl einsetzen möchten.“
Dass er für seine Memoiren, Interviews und die Netflix-Doku, in der er seine Sicht berichtet hat, kritisiert wurde, will er nicht gelten lassen. „Ich finde es faszinierend, weil alle anderen ihre Version meiner Geschichte erzählen dürfen. Aber Gott bewahre, dass ich die andere Seite der Geschichte erzählen darf“, erklärte er.
Reaktion des Königshauses bleibt abzuwarten
Ob König Charles und Prinz William auf Harrys überraschenden Friedensvorstoß reagieren werden, ist offen. Dass Prinz William, dem von Harry in dessen Buch „Spare“ immerhin unterstellt wurde, handgreiflich geworden zu sein, überhaupt mit ihm spricht, wurde von Royal-Kennern bisher komplett ausgeschlossen. Auch Prinzessin Kate, die von Herzogin Meghan als Hochzeit-Grinch dargestellt wurde, die sie vor ihrer Verehelichung mit Prinz Harry zum Weinen gebracht hätte, soll nicht gerade auf ein Wiedersehen erpicht sein.
Der Zeitpunkt von Harrys Interview ist ebenfalls interessant: Als es am Dienstag weltweit begann, Schlagzeilen zu machen, war die „arbeitende“ Royal Family gerade damit beschäftigt, den Sultan von Oman auf Schloss Windsor einen würdigen Empfang zu bereiten. Klar ist jedoch: Nach Jahren voller Enthüllungen, Vorwürfe und öffentlicher Spannungen sendet Harry erstmals ein unmissverständliches Signal der Annäherung.
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