Sind E-Zigaretten eine deutlich weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten? Deutsche Wissenschaftler haben Dutzende junge Erwachsene untersucht, um herauszufinden, wie sehr das „Dampfen“, dem Körper wirklich schadet – und sind zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen.
Die Untersuchung wurde von Lea Strohm vom Universitätsklinikum Mainz geleitet. „Tabakerhitzer (...), die den Tabak erhitzen, statt ihn zu verbrennen, werden oft als weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten vermarktet“, erklärte sie laut Europäischer Gesellschaft für Kardiologie (ESC).
Ausführliche Messungen
Insgesamt 30 gesunde Raucher mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren untersuchten die Wissenschaftler, um herauszufinden, was Nikotin-Verdampfer im Körper anrichten. Dafür gaben die Teilnehmenden Blutproben ab, ihr Blutdruck wurde gemessen und ihre Blutgefäße untersucht.
Anschließend durften die Probanden – sozusagen im Dienste der Wissenschaft – eine E-Zigarette „dampfen“. Danach untersuchten die Wissenschaftler die Raucher noch einmal. „Beim Vergleich der Messwerte vor und nach der Anwendung stellten die Forscher mehrere Veränderungen fest“, erklärte die Kardiologen-Fachgesellschaft.
Schlechtere Werte nach dem „Dampfen“
Eindeutiges Fazit
„Diese Ergebnisse widerlegen die Behauptung, dass erhitzte Tabakprodukte wesentlich weniger schädlich für das Herz-Kreislauf-System seien als herkömmliche Zigaretten“, lautete das Fazit von Strohm. Um jedoch zu verstehen, wie lange diese Effekte anhalten, seien größere Langzeitstudien erforderlich, so die Expertin.
Co-Autor Thomas Münzel vom Universitätsklinikum Mainz erklärte dazu: „Kein nikotinhaltiges Produkt, egal ob geraucht, erhitzt, verdampft oder oral aufgenommen, kann als unbedenklich für Herz und Blutgefäße gelten. Erhitzter Tabak erzeugt zwar weniger Verbrennungsprodukte, gibt aber dennoch Nikotin ab, welches die Gefäßwände schädigt, den Blutdruck erhöht und Atherosklerose fördert.“
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