Wochenlang Temperaturen um die 40 Grad, monatelang beige statt grün – anzunehmen, dass sich die Golfer unter diesen Bedingungen rarmachen. Aber: Ein Club im Burgenland verzeichnete im Rekord-Sommer 2026 sogar ein Umsatzplus.
Den Nationalfeiertag nutzten viele der 150 Golfclubs in Österreich, um die rund 100.000 Spieler mit einem „Fähnchenturnier“ in die wettkampffreie Jahreszeit zu verabschieden. Die Plätze präsentierten sich wieder so, wie sie sein sollten – und nicht wie im Sommer, als man vielerorts den Eindruck hatte, vier Stunden lang eine Steppenlandschaft zu durchstreifen.
Wochenlang kein Tröpfchen Regen, durchgehend Temperaturen um die 40 Grad. Besonders gelitten hat die Allegria Golfschaukel Stegersbach, mit 45 Spielbahnen auf 190 Hektar die größte Golfanlage in Österreich. Nur ein Prozent der Fläche, sprich die Greens, wurde bewässert.
In Stegersbach, Bad Tatzmannsdorf, Donnerskirchen und Lutzmannsburg sind 1886 Spielerinnen und Spieler eingeschrieben. 155 von ihnen sind Jugendliche.
Wer will bei solchen Bedingungen eine Runde gehen? Hat sich dieser Sommer auf die Jahresbilanz ausgewirkt? Gibt es einen signifikanten Rückgang an Greenfee-Spielern – Clubfremde, die pro Runde im Schnitt 85 Euro zahlen? Die „Krone“ hat sich bei den vier Anlagenbetreibern im Burgenland umgehört.
Ein herausragender Mai
„Überraschenderweise ist die Frequenz im Juli und August im Vergleich zu den Vorjahren gleich geblieben“, sagt Golfschaukel-Managerin Astrid Wilfing. „Dazu kommt ein herausragender Mai mit plus 25 Prozent und ein wesentlich stärkerer September.“ Was signifikant sei: „Die Spieler sind der Hitze ausgewichen. Die Startzeiten in der Früh haben sich nach vorne verschoben.“ Von Sonnengolf Lutzmannsburg ist Ähnliches zu hören.
Ein Sommer der Rekorde
Reiters Golf & Country Bad Tatzmannsdorf berichtet gar von einem Sommer der Rekorde. „Im Juli und August verzeichneten wir einen Zuwachs von zehn Prozent“, sagt Clubmanagerin Martina Stadler. „Aber wir hatten auch Glück: Immer, bevor es richtig arg wurde, gab es einen Regenguss. Der Lehmboden hat das Wasser gut aufgenommen. Richtig dürr war der Platz nie.“
Ein goldener Herbst
Einzig vom GC Neusiedler See – Donnerskirchen ist Wehklagen zu vernehmen. „Der Sommer war sehr mau. Wir hatten ein Bewässerungsproblem, das uns sehr viele Greenfee-Spieler gekostet hat. Aber der goldene Herbst hat uns gerettet. Die Jahresbilanz ist ähnlich wie die im Vorjahr.“
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