Die Wahllokale in Israel sind seit 21 Uhr (MEZ) geschlossen – einige am Dienstagabend veröffentlichte Nachwahlbefragungen sahen den Netanyahu-Block in Führung, andere die Opposition um Ex-Militärchef Gadi Eisenkot.
Die Parlamentswahl in Israel dürfte keine klare Mehrheit gebracht haben. Exit Polls nach Wahlschluss deuteten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Kräfte um Regierungschef Benjamin Netanyahu und der Opposition hin.
Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die 120 Abgeordneten der Knesset zu bestimmen. Ein Antrag von Netanyahus Partei Likud auf eine Verlängerung wurde von der Wahlbehörde abgewiesen.
Rekordhohe Wahlbeteiligung
Nach Angaben der zentralen Wahlkommission zeichnete sich die höchste Wahlbeteiligung seit Beginn der Erfassung 1973 ab. Vor Wahllokalen in Tel Aviv, aber auch in arabisch geprägten Städten in Israel bildeten sich laut Augenzeugen lange Schlangen. Medienberichten zufolge reisten mehr als 70.000 Israelis aus dem Ausland an, um ihre Stimme abzugeben.
Netanyahu rief seine Anhänger auf der Plattform X zur Stimmabgabe auf und begründet dies wie bei früheren Wahlen mit einer angeblich überdurchschnittlich hohen Wahlbeteiligung der arabischen Staatsbürger. Laut Netanyahu handelt es sich um einen „Notruf“, da die Beteiligung im rechten Lager im Vergleich dazu geringer ausfalle.
Spannung bei der Auszählung bis einschließlich Mittwoch
Die Stimmen von Hunderttausenden israelischen Soldaten und Reservisten werden turnusmäßig erst einen Tag später, also ab Mittwoch, ausgezählt. Dieser Wählergruppe wird eine starke Unterstützung rechter Parteien zugeschrieben.
Mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet. Die offiziellen Ergebnisse sollen acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden. Danach beauftragt Präsident Isaac (Yitzhak) Herzog jenen Kandidaten mit der Regierungsbildung, dem die besten Chancen eingeräumt werden. Dieser hat zunächst vier Wochen Zeit, eine Koalition zu schmieden.
Schwierige Regierungsbildung erwartet
Möglicherweise erreicht kein Block die 61 erforderlichen Stimmen für die Bildung einer Regierung. Deshalb könnten lange und schwierige Koalitionsverhandlungen folgen. Auch eine Pattsituation ist nicht ausgeschlossen. Netanyahu könnte in diesem Fall an der Spitze einer Übergangsregierung vorerst im Amt bleiben, bis neu gewählt wird.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.