Getötetes Mädchen
Fall führt nach 52 Jahren zu Serienmörder Bundy
Der berüchtigte US-Serienmörder Ted Bundy ist 52 Jahre nach dem ungeklärten Tod einer Teenagerin im Bundesstaat Utah als Täter identifiziert worden.
Ein DNA-Abgleich brachte den Durchbruch in dem jahrzehntelang ungelösten Fall, wie die Ermittlungsbehörden auf einer Pressekonferenz in Park City verkündeten.
Zuvor seien zwei Mordfälle in Utah miteinander in Verbindung gebracht worden, bei denen es auffällige Ähnlichkeiten beim Tatmuster gegeben habe. Letztlich habe man alle Beweise zusammenführen und Bundy auch im zweiten Fall posthum als Täter überführen können, sagte Sheriff Kacey Bates von der Polizei in Summit County am Dienstag.
Am 27. Oktober 1974 hatten Jäger in einem Waldstück in Salt Lake County die Leiche der 17-jährigen Melissa Ann Smith entdeckt. Einen Monat später wurde die gleichaltrige Teenagerin Laura Aime am Straßenrand eines Highways in Utah County gefunden – sie war nach einer Halloween-Party verschwunden und ebenfalls ermordet worden.
Auf diesem Bild ist Melissa Ann Smith zu sehen:
Jahrzehntelang vermochten Ermittler die beiden Fälle nicht zu lösen. Doch schließlich kam ihnen der technische Fortschritt zu Hilfe: Im April 2026 wurde Ted Bundy dank eines Treffers in einer DNA-Datenbank zweifelsfrei als Laure Aimes Mörder überführt – 37 Jahre nach seinem Tod.
Dutzende Morde – und dann ein Fehler
Bundy hatte in den 1970er Jahren Dutzende Frauen vergewaltigt und getötet. Vor seiner Hinrichtung gestand er mehr als 30 Morde in verschiedenen Bundesstaaten. Bei der Wahl seines letzten Opfers machte er einen folgenschweren Fehler: Ein junges Mädchen aus Florida, das er 1978 vergeblich zum Einsteigen in sein Auto zu überreden versuchte, war die Tochter eines Polizisten. Sie merkte sich das Kennzeichen von Bundys weißem Kleinbus, der – so stellte sich heraus – gestohlen worden war. Die sofort eingeleitete Fahndung war erfolgreich, Bundy wurde zum Tode verurteilt und 1989 hingerichtet.
Bei der forensischen Kriminaltechnik gibt es jeden Tag Fortschritte, sodass wir uns solche Fälle immer wieder aufs Neue anschauen.
Sheriff Rosie Rivera
Nach dem spektakulären Durchbruch im Fall Laura Aime wurden auch die Akten zum Mord an Melissa Ann Smith noch einmal geöffnet – und auch hier lieferte ein Gentest schließlich Gewissheit. „Bei der forensischen Kriminaltechnik gibt es jeden Tag Fortschritte, sodass wir uns solche Fälle immer wieder aufs Neue anschauen“, sagte Sheriff Rosie Rivera von der Polizei in Salt Lake County auf der Pressekonferenz. „Dieser Fall zeigt, wie wichtig es ist, Beweisstücke auch nach Jahrzehnten aufzuheben.“ Und mit jedem gelösten „Cold Case“ komme man dem Ziel näher, „die Erinnerung an Ted Bundy auszulöschen“.
Spur zu weiterem Mordfall wird geprüft
Doch ganz so weit ist es noch nicht, wie auch die Ermittler einräumen mussten. Auf die Frage eines Journalisten, ob es demnächst wohl wieder eine Pressekonferenz zu einem weiteren gelösten Fall geben werde, folgte eine vielsagende Antwort: Es gebe da noch den Mord an einem 16-jährigen Mädchen in Utah, der seit 1974 ungelöst sei. Und auch in diesem Fall führe die Spur zu Ted Bundy. Die Ermittlungen laufen.

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