Wo gehobelt wird, fallen Späne – und wo getischlert wird, ist echtes Handwerk zu bestaunen. Drei Kärntner Tischlermeister aus drei Generationen luden am 21. Oktober ins Museum im Lavanthaus nach Wolfsberg, um über die Zukunft des Handwerks zu sprechen.
In der gegenwärtigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft stehen sie für langlebige Qualität und traditionsreiches Handwerk: heimische Tischlereibetriebe. Seit Generationen wird dort Holz in unterschiedlichste Formen gebracht und sich dem Werkstoff auf verschiedenster Art und Weise gewidmet.
Unter dem Motto „Holzverliebt – Tischlerhandwerk im Wandel der Zeit“ gaben drei Lavanttaler Tischlermeister aus drei Generationen Einblick in ihren Berufsalltag und erzählten über Herausforderungen in jenem Handwerk.
Hermann Wech blickt diesbezüglich auf seine jahrzehntelange Erfahrung zurück. Seit mehr als vierzig Jahren restauriert der Tischlermeister Möbel aus vergangenen Epochen und verbindet so sein handwerkliches Können mit dem Wissen um historische Materialien. Dabei betont er: „Bei meiner Arbeit sind fundierte Materialkenntnisse und größte Sorgfalt notwendig.“
Technologie bringt Wandel
Auch Klaus Penz ist mit den diversen Anforderungen innerhalb der Branche vertraut. 31 Jahre lang führte er eine Möbeltischlerei im Lavanttal, ehe er sie vor zwei Jahren an Florian Feichtinger übergab. Als Obmann der Lavanttaler Tischlergemeinschaft bleibt Penz dem Handwerk jedoch weiterhin treu. Im Rahmen des Vortrags erzählte er, wie sich das Handwerk durch die technologischen Fortschritte gewandelt hat.
„Um 2000 wurde meist noch händisch gezeichnet und die Pläne mit Tusche aufs Papier gebracht. Heutzutage erfolgt die Planung am Computer, auf dem drehbare 3D-Modelle für Anschaulichkeit sorgen. Was früher personalintensiv hergestellt wurde, erledigen heute wenige Menschen mit viel technischer Unterstützung“, so Penz.
Als Vertreterin der jungen Generation kam Elena Schatz zu Wort. Sie weiß um die Veränderungen innerhalb der Branche. Trotz des technologischen Fortschritts betont die Nachwuchstischlerin, wie essenziell der menschliche Einfluss im Handwerk bleibt.
Der Faktor Mensch bleibt weiterhin am wichtigsten. Die klassischen Fertigkeiten des Handwerkers sind nach wie vor gefragt.
Elena Schatz
Trotz der unterschiedlichen Erfahrungen sind sich alle drei Tischlermeister bei einem einig: „Die Tischlerei ist der schönste Beruf der Welt und Holz der großartigste Werkstoff.“
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