Österreichs Senioren wollen trotz der rasanten digitalen Entwicklung auch weiterhin „analog“ leben können. Ein dementsprechendes Recht auf staatliche Leistungen in dieser Form forderten die Präsidentinnen des überparteilichen Seniorenrats, Ingrid Korosec (ÖVP) und Birgit Gerstorfer (SPÖ), am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.
Konkret geht es dem Seniorenrat um einen Rechtsanspruch, der sicherstellt, dass staatliche Leistungen und Dienste der Daseinsvorsorge dauerhaft auf Papier, telefonisch oder in persönlichem Kontakt zugänglich bleiben. Allerdings werden digitale Angebote nicht grundsätzlich abgelehnt, im Gegenteil: Das geplante Beratungsnetzwerk soll ältere Menschen unter anderem auch dabei unterstützen, technisch affin zu werden. Ab 2027 stehen Fördermittel bereit, um etwa freiwillige „Analog-Berater:innen“ auszubilden.
Digitalisierung wird nicht grundsätzlich abgelehnt
„Wenn es nur digital ist, dann ist es gesetzeswidrig“, definierte Korosec, die gleichzeitig Vorsitzende des Seniorenbundes ist, den gewünschten rechtlichen Anspruch auf analoge Leistungen. „Grundsätzlich sind wir für die Digitalisierung“, betonte sie. Allerdings müsse eine Alternative möglich sein, „wenn man es nicht kann oder wenn man es nicht will“. Der Seniorenrat übernimmt federführend den Ausbau der Organisationsstruktur wie die Schulung der „Analog-Berater:innen“.
Anerkennung als Sozialpartner gefordert
Das Recht auf analoges Leben ist einer von vier Beschlüssen, die der Seniorenrat getroffen hat. Ein weiterer betrifft die Forderung, als vollwertiger Sozialpartner anerkannt zu werden. Gerstorfer, die dem Pensionistenverband vorsteht, forderte eine entsprechende Novellierung des Bundes-Seniorengesetzes, um von der Regierung zwingend in Verhandlungen eingebunden zu werden, sowie eine Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), also eine Art Vetorecht, wenn es um Pensionsanpassungen geht.
Eine weitere langjährige Forderung des Seniorenrates betrifft Anreize für Unternehmen, um auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzustellen. Dazu können etwa niedrigere Sozialversicherungsbeiträge gehören. Aber auch Sanktionen bei Diskriminierung sollte es geben, die ältere Beschäftigte systematisch abbauen oder gar nicht erst einstellen.
Schulungen gegen digitalen Betrug
Nicht zuletzt fordern die Senioren-Organisationen „Schutz vor Desinformation und digitalem Betrug“. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf, weswegen Schulungsprogramme für ältere Menschen gefragt seien.
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