Der wegen Vorwürfen sexueller Gewalt angeklagte Ex-Comedian Russell Brand hat die Anschuldigungen auch bei seiner ersten Aussage im Prozess zurückgewiesen. Als Brand im Londoner Southwark Crown Court in den Zeugenstand gerufen wurde, konfrontierte ihn sein Verteidiger Ian Winter mit den insgesamt sieben Anklagepunkten, wie die Nachrichtenagentur PA am Mittwoch aus dem Gerichtssaal berichtete.
Auf die Frage, ob er eine Vergewaltigung oder einen sexuellen Übergriff begangen habe, antwortete er dabei stets mit „Nein“. Brand, der sich seit wenigen Wochen vor Gericht verantworten muss, ist wegen Vergewaltigung, Belästigung und Nötigung in sieben Fällen angeklagt. Insgesamt sechs Frauen hatten Vorwürfe gegen den 51-Jährigen erhoben.
Abgespielt haben sollen sich die Taten zwischen 1999 und 2009. Der Brite soll etwa eine Frau in einem Hotel vergewaltigt und eine TV-Mitarbeiterin an die Brust gefasst und sie zum Oralsex gezwungen haben.
Russell Brands Ehefrau Laura Galacher begleitete und unterstütze ihren Mann bei der Gerichtsverhandlung:
Staatsanwaltschaft: Brand ist „manipulativ“
Die Staatsanwaltschaft hatte Brand vor Gericht als „skrupellos“ und „manipulativ“ bezeichnet. Der Ex-Comedian habe „kindliche Erwartungen gehabt, dass jeder seiner Wünsche erfüllt werden müsse“, sagte Staatsanwältin Riel Karmy-Jones zuletzt. „Er war skrupellos, er war berechnend und er war manipulativ, und laut Staatsanwaltschaft ein Sexualtäter.“ Seit dem Prozessauftakt schilderten allen voran die betroffenen Frauen die mutmaßlichen Taten im Detail.
Freunde und Kollegen hätten sich seit Bekanntwerden der Vorwürfe von ihm abgewandt, sagte Brand laut PA. Er habe keinen von ihnen dazu bewegen können, zu seiner Verteidigung vor Gericht auszusagen.
Es sei „verheerend“, der Vergewaltigung beschuldigt zu werden. Auf eine Frage nach seiner Einstellung zum Thema Konsens sagte Brand, dieser sei „wichtiger als der Sex selbst“.
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