Der Witwer des verstorbenen französischen Filmstars Brigitte Bardot und die von der Schauspielerin gegründete Tierschutzstiftung streiten sich weiter um ihr Erbe. Der 85-Jährige warf der Stiftung vor, ihn aus Bardots Anwesen „La Madrague“ bei Saint-Tropez ausgeschlossen zu haben, die Stiftung sprach von einer „verkürzten Darstellung“.
Die Stiftung habe eine vorübergehende Abwesenheit von Bernard d‘Ormale genutzt, um das Schloss am Einfahrtstor auszuwechseln, sagte d‘Ormales Anwältin Aurélie-Caroline Vieugué am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.
Die Anwältin räumte ein, dass ihr Mandant eine Frist von sechs Monaten überschritten habe, in der er das Haus hätte räumen sollen, das Bardot ihrer Stiftung vermacht hatte. D‘Ormale sei allerdings „sehr geschwächt“ und habe noch persönliche Unterlagen aus der Villa holen wollen.
Ehe in Frankreich nicht registriert
Die Bardot-Stiftung verwies darauf, dass sie im Rahmen der Gesetze gehandelt habe, und behielt sich juristische Schritte gegen den 85-Jährigen vor. Als Verwaltungsratsmitglied könne d‘Ormale nicht in einem der Stiftung gehörenden Haus wohnen, betonte Stiftungspräsident Max Guazzini.
Er verwies darauf, dass D‘Ormale nicht nach französischem Recht mit Bardot verheiratet gewesen sei. Das Paar hatte sich in Norwegen kirchlich trauen lassen, aber die Ehe nie in Frankreich registrieren lassen.
Witwer kritisierte Bardot-Auktion
D‘Ormale hatte im September eine Versteigerung von rund 300 persönlichen Erinnerungsstücken Bardots scharf kritisiert. Diese hatte fast eine Million Euro eingebracht, die der Bardot-Stiftung und Bardots Sohn Nicolas-Jacques Charrier zugute kamen.
Die Schauspielerin und leidenschaftliche Tierschützerin war im Dezember im Alter von 91 Jahren gestorben. Bis Anfang der 70er-Jahre spielte Bardot in dutzenden Filmen mit, sie gehörte damals zu den meistfotografierten Frauen der Welt. 1973 gab sie ihre Schauspielkarriere auf und widmete ihr Leben fortan den Tieren. Politisch bewegte sich Bardot nach rechtsaußen und wurde mehrfach wegen rassistischer Äußerungen zu Geldstrafen verurteilt.
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