Sonderisolerstation

Schweizerin mit Ebola-Virus im Genfer Spital

Ausland
26.10.2026 20:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine in Nigeria mit dem lebensgefährlichen Ebola-Virus infizierte Schweizerin ist am Montag gemeinsam mit ihrem Ehemann in ihr Heimatland gebracht worden.

Sie wird am Genfer Universitätsspital behandelt. Er befindet sich als enge Kontaktperson im Universitätsspital Zürich (USZ) in Isolation, teilte das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit. Es ist erst das dritte Mal, dass in der Schweiz eine Person behandelt wird, die sich mit dem Ebola-Virus angesteckt hat.

Die beiden bisherigen Fälle stammen aus den Jahren 1995 und 2014. Beide Patienten überlebten die Infektion, wie das BAG auf seiner Website schrieb. Ein Ambulanzjet der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) mit den beiden Patienten an Bord landete am Nachmittag in Zürich. Die Rückholaktion am Flughafen Zürich erfolgte unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen: Nach der Landung wurden die Patienten nacheinander in einer Isolationskammer in einen Helikopter umgeladen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete.

Bei der Erkrankten handelt es sich um die Ehefrau eines Schweizer Mitarbeiters der Schweizerischen Botschaft in Nigeria. Der stellvertretende Direktor des Nigeria Centre for Disease Control, Odianosen Ehikhamen, sagte in einem Video-Interview, die Patientin sei 42 Jahre alt. Aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes machte das Schweizer Außenministerium (EDA) keine Angaben zum Gesundheitszustand der Frau. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge befindet sie sich weiterhin im Spital. Ihr Zustand sei stabil. Die Ebola-Diagnose wurde am 20. Oktober gestellt.

Ebolavirus zählt zu den gefährlichsten Krankheitserregern weltweit

Der Erreger löst ein schweres hämorrhagisches Fieber aus, das je nach Virusstamm und Versorgung in rund 50 Prozent der Fälle tödlich verläuft. Das Virus wird nicht über die Luft übertragen, sondern ausschließlich durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten symptomatischer Patienten oder infizierter Tiere.

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen beginnt die Erkrankung typischerweise abrupt mit grippeähnlichen Symptomen wie plötzlichem hohem Fieber, starken Kopf- und Muskelschmerzen sowie ausgeprägter Schwäche. Im weiteren Verlauf treten häufig schwere Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall auf, gefolgt von Gerinnungsstörungen, inneren Blutungen und Organversagen.

Sichere Abschirmung im Spital
Das USZ betonte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Aufnahme erfolge auf einer Sonderisolierstation für hochinfektiöse Erkrankungen, die sämtliche Anforderungen an eine sichere Abschirmung erfülle. Das beteiligte Personal sei geschult und trage spezielle Schutzkleidung. Für übrige Mitarbeitende, Patienten und Besucher bestehe keinerlei Gefahr. Auch für die Schweizer Bevölkerung bestehe dadurch keine Gefährdung, hieß es. Beide Kliniken verfügten über die nötige Infrastruktur und geschultes Personal, um Krankheiten wie Ebola zu behandeln.

Der Patientin gehe es klinisch deutlich besser, so Minister Pate. Sie sei stabil, bei Bewusstsein und kommunikationsfähig. „Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht mehr ansteckend ist“, warnte er.

Der eigentliche Rücktransport in die Schweiz hatte Montag früh in Abuja seinen Anfang genommen.
Der eigentliche Rücktransport in die Schweiz hatte Montag früh in Abuja seinen Anfang genommen.(Bild: EPA/MICHAEL BUHOLZER)

Vor dem Evakuierungsflug hatte sich der Zustand der Schweizerin spürbar verbessert: Sie sei stabil, bei Bewusstsein und ansprechbar gewesen, hatte Nigerias Gesundheitsminister Muhammad Ali Pate am Montagmorgen auf der Plattform X mitgeteilt.

„Mit der Evakuierung der Patientin und ihres Ehemanns gibt es in Nigeria derzeit keine Ebola-Fälle mehr“, schrieb der Afrika-Regionaldirektor der Weltgesundheitsbehörde (WHO), Mohamed Janabi, auf X. Die Schweiz übernehme die weitere medizinische Betreuung der Patientin und die Überwachung ihres Ehemanns, der als 53. Kontaktperson gilt.

Ansteckungsort noch unklar
Der genaue Ort, an dem sich die Schweizerin mit Ebola infiziert hat, ist weiterhin unklar. Die Frau war am 20. Oktober in Nigeria positiv auf das Virus getestet worden. Sie war zuvor aus Uganda eingereist. Ein Team von Ebola-Forschenden soll nun in Nigeria den Ursprung der Infektion untersuchen. Dabei wird auch ein möglicher Zusammenhang mit dem Ebola-Fall in Kenia geprüft.

Die Viren der beiden ersten Patienten in Nigeria und Kenia sind genetisch eng miteinander verwandt. Beide hatten sich zuvor in Uganda aufgehalten beziehungsweise den Flughafen Entebbe passiert. Ein direkter Kontakt zwischen ihnen ist bisher nicht nachgewiesen.

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