Mensch von nebenan

Wie diese Spürnasen für den Ernstfall trainieren

Wien
25.10.2026 19:00

Ulrike Kummerfeld (56) ist ehrenamtliche Rettungshundeführerin. Mit ihren Hunden „Missy“ und „Emba“ sucht sie regelmäßig nach vermissten Personen in Wien. Was sie an dieser Arbeit fasziniert und wie die Hunde trainiert werden, hat sie der „Krone“ erzählt. 

„Krone“: Frau Kummerfeld, wie sind Sie zur ehrenamtlich Rettungshundestaffel des Samariterbundes gekommen?
Ulrike Kummerfeld: Ich feiere in diesem Jahr tatsächlich mein 20-jähriges Jubiläum. Ich wollte damals mit meinem ersten Hund etwas Sinnvolles machen, etwas, das mich und den Hund befriedigt. Also habe ich verschiedene Rettungsorganisationen angeschrieben. Es ist einfach toll, im Team anderen Menschen zu helfen. Und es fasziniert mich noch immer. Mittlerweile bin ich auch Trainerin.

Mit wem sind Sie im Einsatz?
Mit meinem Junghund „Emba“, sie ist 13 Monate alt und ein Schwarzwälder Schweisshund. Das sind Jagdhunde, die bei der Nachsuche helfen und das Wild aufspüren. Wir machen uns diese Gabe zunutze, aber trainieren sie auf vermisste Personen. Und auch die neunjährige „Missy“, ein schwarzer Schäferhund, ist ein Rettungshund.

Welche Einsätze haben Sie?
In Wien sind es fast ausschließlich vermisste Personen, meistens ältere, demenzkranke Menschen, die plötzlich aus dem Pensionistenheim verschwinden. Das Personal kommt dann am Abend drauf, das jemand fehlt. Dann rücken wir mit unseren Hunden an, die den Geruch wahrnehmen und uns zeigen, in welche Richtung die Person gegangen ist – oder auch nicht.

„Missy“ist laut Kummerfeld arbeitswütig und elegant.
„Missy“ist laut Kummerfeld arbeitswütig und elegant.(Bild: Frederik Lindner)

Wie reagieren die Personen, wenn sie gefunden werden?
Die meisten sind so fertig, dass sie gar nicht wirklich reagieren können. Handelt es sich um Demenzkranke, kriegen sie die Situation nicht richtig mit. Aber die Angehörigen freuen sich immer sehr und bedanken sich auch herzlich. Sogar mit Dankesschreiben.

Wie trainieren Sie die Hunde?
Indem wir sie positiv bestätigen. Bei den sogenannten Mantrailern versteckt sich eine Person, der Hund muss sie finden und wird dann mit einem Spielzeug oder besonderem Futter belohnt.

Bei den Flächen- und Trümmerhunden verstecken sich mehrere Personen. Wir trainieren sogar im Prater bei Vollbetrieb. Die Hunde lassen sich weder von den Geräuschen noch den vielen verschiedenen Gerüchen ablenken.

Kommt es auch vor, dass ein Hund bei einer Suche einfach nicht mehr will?
Nein. Außerdem gönnen wir ihnen nach 30 Minuten Ruhepausen und setzen dann andere Hunde ein.

Wie wichtig sind Ihre Hunde für Sie?
Total wichtig. Es sind meine Familienmitglieder. Ich sage auch scherzhaft, ich bin die Mama. Aber nicht, weil ich die Hunde vermenschliche, sondern weil ich verantwortlich für sie bin und das Beste aus ihnen herausholen will. 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung