Die Katholische Aktion Kärnten fordert einmal mehr die Zulassung von Frauen zum Diakonat; ein Anliegen, das viele Gläubige mittragen. Frauen erfüllen bereits diakonische Aufgaben, doch die Weihe bleibt ihnen trotzdem nach wie vor untersagt.
Anfang Oktober wurden in Kärnten fünf Männer zu Diakonen geweiht. Die „Katholische Aktion Kärnten“ freut sich über das Engagement der Diakone, stellt aber auch eine Frage, die viele bewegt: Wann wird auch Frauen der Weg zum sakramentalen Diakonat eröffnet?
„Frauen tragen seit Jahrzehnten wesentlich das Leben unserer Kirche mit. Sie begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen, verkünden das Evangelium, gestalten Gottesdienste, übernehmen Verantwortung in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen“, heißt es in einem Schreiben, das die Katholische Aktion um Vizepräsidentin Maria Schmidt-Leitner veröffentlicht hat. Die Sprecherin der Plattform der Diözesanen Frauenkommissionen Österreichs erkennt in der Weihe zu Diakoninnen auch eine Weiterentwicklung der Kirche.
Unser Wunsch ist eine Kirche, in der die Berufungen und Charismen von Frauen und Männern gleichermaßen gehört, wertgeschätzt und wirksam werden können.

Maria Schmidt-Leitner, Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Kärnten und Sprecherin der Plattform der Diözesanen Frauenkommissionen Österreichs
Bild: Foto Knaus Katholische Aktion Kärnten
„Wir sind überzeugt: Eine Kirche gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn sie die Gaben und Berufungen aller Getauften ernst nimmt und ihnen Raum zur Entfaltung gibt.“ Nun besteht der Wunsch, „auf allen kirchlichen Ebenen offen und ernsthaft“ die Zulassung der Frauen zum Diakonat zu verfolgen.
Starke Frauen erwähnt der Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom (Römer 16): Phöbe bezeichnet er als Dienerin der Gemeinde von Kenchreä; sogar Paulus selbst habe ihren Beistand erfahren. In der alten Einheitsübersetzung wurde das griechische Wort, das hier im Text steht – diakonos – bei Männern stets mit Diakon übersetzt, bei Phöbe nicht; sie wird Dienerin genannt. Das Amt des Diakons, wie wir es heute kennen, gab es um die Mitte des ersten Jahrhunderts noch nicht. Priska und Aquila, eine Maria, die sich um das Wohl der Gemeinschaft kümmert, und weitere Frauen werden von Paulus erwähnt. Junia beschreibt er als „herausragend unter den Aposteln“. Diesen Römerbrief kann man, nein, sollte man als Aufruf zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kirche sehen.
Was Diakone machen
Neben dem Diakonat, das auf die Priesterweihe vorbereitet, gibt es auch ständige Diakone: Männer, oft verheiratet, beruflich in einem Unternehmen, doch mit festem Glauben und dem Willen, die Botschaft des Evangeliums in in die Gesellschaft zu tragen. Diakone dürfen das Evangelium in der Messfeier verkünden, predigen und am Altar assistieren. Der Diakon darf das Sakrament der Taufe spenden und bei der Eheschließung assistieren. Auch die Feier von Begräbnissen und Wortgottesdiensten gehört zu seinen Aufgaben. „Die Vorbereitung auf die Diakonatsweihe erstreckt sich – mit dem so genannten Berufungsjahr – über vier Jahre“, heißt es beim Referat für Diakone der Diözese Gurk.
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