Sicherheit geht vor

Schnee-Grüße auf Straßen vor Winterreifenpflicht

Tirol
24.10.2026 09:49

Der Blick auf den Kalender zeigt, der Winter ist nicht mehr weit! Ein Blick auf die Webcams zeigt hingegen, dass „Frau Holle“ jetzt schon winterliche Grüße sendet. Nicht nur auf die Berggipfel, sondern auch auf etwas höher gelegene Straßen in Tirol. Probleme bereitete der Schnee bisher noch nicht. Aber was tun, wenn doch? Wenn man etwa noch keine Winterreifen montiert hat? Die Winterausrüstungspflicht gilt ja erst ab dem 1. November ...

Angezuckerte Berggipfel prägten in den vergangenen Tagen bereits das Landschaftsbild in Tirol. Nichts Ungewöhnliches im Herbst. Keineswegs unüblich ist auch, dass sich die ersten Schneeflocken zu dieser Zeit bereits auch in Tallagen verirren. Damit muss man jetzt eben rechnen ...

Schneefahrbahn auf Pass-Thurn-Straße
So wie Samstagfrüh. Da und dort bekamen es Autofahrer auf höher gelegenen Straßen teils mit tiefwinterlichen Bedingungen zu tun. Etwa auf der B161 Pass-Thurn-Straße im Bezirk Kitzbühel. Dort herrschte gegen 8.45 Uhr sogar abschnittsweise Schneefahrbahn, wie auf den Webcam-Bildern des Landes Tirol zu sehen war.

Aber auch in anderen Teilen Tirols, etwa im Zillertal, am Arlberg oder im Außerfern herrschten auf höheren Straßenabschnitten Winter-Bedingungen. 

Auch wenn der Schnee bisher für keine gröberen Verkehrsprobleme sorgte, unterschätzen sollte man einen solchen Wintereinbruch nicht – insbesondere wenn man noch mit Sommerreifen unterwegs ist. Die situative Winterausrüstungspflicht gilt ja schließlich erst ab dem 1. November.

Richtige Bereifung als Sicherheitsfaktor
Wenn die Temperaturen sinken und der erste Schnee fällt, wird die richtige Bereifung zum entscheidenden Sicherheitsfaktor. Dennoch sind nicht alle Autofahrer rechtzeitig auf winterliche Straßenverhältnisse vorbereitet, betonen Experten. Wer mit Sommerreifen auf einer schneebedeckten Fahrbahn unterwegs ist, bringt sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

Der Grund liege vor allem in der unterschiedlichen Gummimischung und dem Reifenprofil: Sommerreifen sind für höhere Temperaturen konzipiert. Bei Kälte wird ihre Gummimischung härter, wodurch die Haftung bei winterlichen Fahrbahnbedingungen deutlich nachlässt. Auch das Profil ist nicht auf Schnee und Eis ausgelegt. Brems- und Lenkmanöver könnten dadurch schnell zum Problem werden.

Winterreifen sollten jetzt montiert werden.
Winterreifen sollten jetzt montiert werden.(Bild: Christof Birbaumer)

Winterreifenpflicht erst ab 1. November
In Österreich gilt für Pkw vom 1. November bis einschließlich 15. April eine sogenannte situative Winterausrüstungspflicht. Das bedeutet: Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen wie Schnee, Schneematsch oder Eis dürfen Autos nur mit geeigneter Winterbereifung unterwegs sein.

Laut ÖAMTC müssen dabei alle vier Räder mit Winterreifen ausgestattet sein. Als Winterreifen gelten Reifen mit der entsprechenden M+S-Kennzeichnung oder dem Schneeflockensymbol. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt bei Radialreifen vier Millimeter, bei Diagonalreifen fünf Millimeter.

Auch Ganzjahresreifen können die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, sofern sie entsprechend gekennzeichnet sind und die vorgeschriebene Profiltiefe aufweisen.

Rechtliche und finanzielle Konsequenzen
Wenn es vor dem gesetzlichen Beginn der Winterreifenpflicht am 1. November schneit, gilt in Österreich keine gesetzliche Pflicht für Winterreifen, allerdings drohen bei einem Unfall massive rechtliche und finanzielle Konsequenzen.

Also: Wer noch keine Winterreifen montiert hat, sollte sich schnell einen Termin in der Werkstatt ausmachen. Oder selbst zum Wagenheber und Drehmomentschlüssel greifen ...

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