Alle Opernfreunde, die gerne Außergewöhnliches und Raritäten suchen, kommen derzeit in der Staatsoper von Budapest und beim zehnten Janáček-Festival in Brno auf ihre Kosten.
Sogar eingefleischte Altösterreicher dürfen sich derzeit nicht nur königlich, sondern sogar kaiserlich in der Budapester Staatsoper amüsieren.
Bis Sonntag zeigt man hier eine echte Rarität: „Háry János“ von Zoltán Kodály. Ein Singspiel um einen Soldaten aus dem Kuhdorf Nagyabony, der zum Helden wird.
Seine steile Laufbahn beginnt an der galizischen Grenze zu Russland, wo er die festgehaltene Marie-Luise, Tochter von Österreichs Kaiser Franz und zweite Gattin Napoleons, befreit. János (Háry ist der in Ungarn vorgestellte Nachname) geht mit nach Wien, wo er als Wachtmeister in der Hofburg Karriere macht. Schließlich besiegt er auch noch Napoleon und soll Marie-Luise heiraten. Doch zieht es ihn mit seiner ungarischen Braut Örzse zurück nach Nagyabony.
Vor exakt hundert Jahren wurde das explizit ungarische Werk an der Budapester Oper uraufgeführt. Wobei die Volksopernproduktion von 1967, bei der Harald Serafin als János seine Mirjana Irosch kennenlernte, vermuten lässt, dass das amüsant absurde Stück auch bei uns funktionieren könnte. Die Budapester Oper liefert jedenfalls bis Sonntag einen herzlich akklamierten, englisch übertitelten Lebensbeweis in einer amüsanten, blendend musizierten Neuproduktion.
Herzhaft kunterbunt ausgestattet, mit allen Puszta-Klischees fröhlich und frech spielend, wird auch der Wiener Hof zur liebenswerten Lachnummer: Kaiser Franz darf da leicht dodelig und schwerhörig sein, begleitet von einer Kinderschar schnatternder Doppeladler. Sogar Napoleon kommt gar nicht gut davon.
Brno widmet Leoš Janáček sein zehntes Festival
Auch ein anderes Nachbarland feiert gerade einen seiner großen Komponisten. Zum zehnten Mal zeigt sich Brno als Zentrum der Werkpflege von Leoš Janáček. Alle zwei Jahre ausgerichtet, kommen und kamen zur 10. Ausgabe sämtliche 9 Opern zur Aufführung. Oft in ausgezeichneten, exzellent besetzten internationalen Koproduktionen. Mit „Osud“ (Schicksal) wurde kürzlich eröffnet. Bis zum Finale am 17. November folgen etwa noch „Šárka“, „Jenůfa“, „Katja Kabanova“ oder „Die Sache Makropulos“.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.