Der Sommer ist vorbei, das Thema nicht. Die Hitze in Klassenzimmern machte Schulen heuer besonders zu schaffen. Die Grünen forden konkrete Maßnahmen vor dem nächsten Jahr. Auch Kritik der Schüler nimmt zu.
Während es draußen langsam kühler wird, ist die im wahrsten Sinne hitzige Debatte um zu heiße Schulklassen noch lange nicht vorbei. Im Sommer wurde über eine Verlegung der Ferien diskutiert sowie Schimmunterricht am Ende des Schuljahres – alles, damit die Kinder nicht bei 33 Grad oder mehr in Klassenzimmern sitzen müssen. Die starke Hitze machte den Schulen heuer extrem zu schaffen, denn die Gebeäude sind nicht dafür ausgerichtet. Genügend Beschattung oder gar Klimaanlagen – Fehlanzeige! Die „Krone“ berichtete.
Die Grünen machen in der Steiermark jetzt Druck auf konkrete Maßnahmen: „Wenn wir erst beim nächsten 35-Grad-Tag wieder anfangen zu diskutieren, haben wir ein Jahr verloren“, sagt Klubobfrau Sandra Krautwaschl.
Keine Erhebung, kein Plan, keine Gelder
Sie kritisiert, dass es bis jetzt weder einen Hitzeschutzplan gibt noch eine Erhebung der Hitzebelastungen stattgefunden hat und auch keine zusätzlichen Mittel für den Hitzeschutz lockergemacht werden. „Man müsste zuerst herausfinden, wie stark welche Schulen betroffen sind und dort anfangen, wo am dringesten Hilfe benötigt wird“, sagt Krautwaschl. Es ärgert sie, dass das Land keine Verantwortung übernimmt. „In einer aktuellen Stellungnahme gibt man uns recht, wie wichtig das Thema ist. Unternommen wird aber nichts!“
Hitzeperioden werden mehr werden. Es braucht jetzt Lösungen für Schulen und Kindergärten. Wir dürfen nicht noch ein Jahr warten.
Sandra Krautwaschl
Immer wieder werde auf die Gemeinden als Schulerhalter verwiesen. „Angesichts der finanziellen Lage vieler Gemeinden müssen diese unterstützt werden“, fordert Krautwaschl. Kurios: In Wies will die Gemeinde die Schulfassade begrünen, das Land trägt die Kosten nicht mit. In Kirchberg an der Raab ist eine umfassende Schulsanierung vorgesehen – die Kosten für die thermische Sanierung will das Land nicht übernehmen. „Wenn eine Schule für die nächsten Jahrzehnte saniert wird, sollte klar sein, dass sie auch für die Sommer der nächsten Jahrzehnte gerüstet ist. Hitzeperioden werden mehr werden“, so Krautwaschl.
Bis zu 40 Grad: „Konzentration nicht möglich“
Laut Landesschülervertretung schlägt das Thema Hitze als oberste Priorität auf. Es gäbe kaum eine Schule, die das Problem nicht kenne. Felix Mühlenfeld (16), Schüler am Grazer Pestalozzi und Mitglied der grünen Schülerorganisation Verde, erzählt aus dem Alltag: „Vor sieben Jahren bist du aufgefallen, wenn du einen Tischventilator gehabt hast. Jetzt hat jeder einen, manche sogar zwei.“ Im Juni und Juli hätte es wohl bis zu 40 Grad an seiner Schule gehabt, konzentrieren könne man sich da nicht. Mühlenfeld: „Von der Bildungsdirektion hieß es, wir sollen auf kühle Räume ausweichen – auf welche kühlen Räume?!“
Die Grünen wollen das nicht hinnehmen. Sie fordern vom Land konkret: einen landesweiten Hitzeschutzplan für Schulen und Kindergärten, eine Erhebung, einen Prioritätenplan für Sanierungen, Außenbeschattungen an betroffenen Standorten und eine gezielte Förderung von Begrünung. „Man hat das Thema zu lange ignoriert“, so Krautwaschl.
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