Das Rathaus in Limoges war ein Symbol des großen Widerstandsgeists der Franzosen – all jener, die sich nicht einem faschistischen Regime ergeben wollten, sondern für die Werte der Grande Nation kämpften.
Es wurde 1940 zu einem Zufluchtsort der belgischen Exilregierung, nachdem König Leopold III. vor den Nazis kapituliert hatte. Das Rathaus war im Zweiten Weltkrieg auch eine Hochburg der Résistance. Lucien Berdasé, Leiter des Amtes für militärische Angelegenheiten und später des Volkszählungsamtes, sabotierte etwa Listen jüdischer Einwohner, baute ein regionales Netzwerk zur Herstellung gefälschter Dokumente auf und ermöglichte Widerstandskämpfern mit Reisegenehmigungen eine sichere Durchfahrt.
Am 4. März 1945 feierte General Charles de Gaulle hier Limoges als „Hauptstadt des Widerstands“ und ehrte einen der bedeutendsten Anführer: Georges Guingouin. Ihm war es gelungen, die Stadt ohne Blutvergießen zu befreien.
Als das Rathaus nun bei den Ausschreitungen in Flammen stand, wurde es erneut zum Symbol. Nicht nur für die Zerstörungswut eines Mobs aus Ultralinken, Anarchisten und anderen extremistischen Gruppierungen. Sondern auch dafür, dass die an sich friedlich demonstrierenden Jugendlichen und ihre Mitstreiter nicht mehr an die hier einst so stolz verteidigten Ideale der Republik glauben. Nicht an die Brüderlichkeit in einer gespaltenen Gesellschaft – und schon gar nicht an die Gleichheit als Fundament einer gerechten, freien Zukunft.
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