Wenn Sturm am Donnerstag (18.45) Olympique Marseille in der Europa League empfängt, werden Erinnerungen an die große Sturm-Ära wach. Damals traf das Team von Ivica Osim ebenfalls auf die Südfranzosen. Für Ferdinand Feldhofer bleibt das Spiel im Velodrome-Stadion unvergessen.
Man schrieb den 14. September 1999. Eine Wolkendecke hing über der Hafenstadt, mitunter nieselte es. Doch für Ferdinand Feldhofer sollte am Abend die Sonne scheinen. „Ich war zuerst sauer, weil ich meinen Namen nicht bei den Ersatzspielern gesehen und daher gedacht habe, ich sei gar nicht im Kader“, erinnert sich Feldhofer zurück. Doch dann ist der Hannes Reinmayr auf mich zugekommen: „Ferdl, du spielst“, sagte der Edeltechniker. „Häkel jemand anderen“, kam es vom Vorauer retour.
Ich hätte halt auch auf die Startelf einen Blick werfen sollen. Da stand tatsächlich mein Name. Bis dahin bin ich noch nie in der Startformation gestanden.
Ferdinand Feldhofer
Aber es war kein Scherz. „Ich hätte halt auch auf die Startelf einen Blick werfen sollen. Da stand tatsächlich mein Name. Bis dahin bin ich noch nie in der Startformation gestanden. Und dann gleich das erste Mal im ersten Spiel der Champions League gegen Marseille, das damals eine große Mannschaft gehabt hat. Mit Pires, Gallas und Ravanelli, den ich zu verteidigen hatte.“ Bevor es das damals 19-jährige Bürscherl mit den Stars aufnahm, bekam er von Osim noch einen Tipp: „Jetzt kannst du noch aufs Klo gehen“, brummte Sturms Jahrhunderttrainer.
Die Schwarzen verloren am Ende mit 0:2. „Wenn ich mich richtig erinnere, war unsere Leistung eher bescheiden“, so Feldhofer, der mit seinem Auftritt den Trainer aber überzeugt haben dürfte. Denn Ferdl stand danach in der Liga erstmals in der ersten Elf und durfte auch im nächsten CL-Spiel gegen Manchester United beginnen. Und auch beim Heimspiel gegen Marseille baute Osim auf seinen Jungspund.
Trikottausch verweigert, neue Rolle für Feldhofer
„Die Franzosen waren nach unserem 3:2-Sieg derart angefressen, dass sie nicht einmal die Trikots mit uns tauschen wollen“, schmunzelte Feldhofer, der am Freitag seinen 47. Geburtstag feiert. Am Tag davor feiert er sein Comeback in Liebenau, kehrt erstmals nach seinem GAK-Aus ins Stadion zurück. Der Grund. In der Halbzeitpause ist Feldhofer zu Gast bei Canal plus. Den Schwarzen traut er wie vor 27 Jahren einen Heimsieg zu. „Die jungen Eigenbauspieler Weinhandl und Hödl begeistern mich. Mit einem guten Tag ist wie schon beim 0:0 gegen Rennes auch gegen Marseille was zu holen.“
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