Im Streit um die Schließung von elf Notarztstützpunkten in Niederösterreich, betont nun die SPÖ, dass das Burgenland doppelt so viel zahle keinen Mangel habe. Und negiert so einen Grund für die Schließung von elf Notarztstützpunkten. Die ÖVP betont, nicht zu sparen, sondern sogar in ein besseres Notfallsystem zu investieren.
Im Riesenstreit um die Streichung von elf der 32 Notarztstützpunkte in NÖ kämpfen mittlerweile nicht nur viele Bürger, sondern auch SPÖ-Chef Sven Hergovich um den Erhalt dieser. Die Sozialdemokraten haben den Gesundheitsplan 2040+ im Vorjahr mitbeschlossen. Mittlerweile sehen die Roten das verankerte Prinzip des Plans „gleich oder besser“ aber nicht oder nicht mehr als gegeben an und bekämpfen die Schließungen. Mit Berechnungen des Landtagsklubs lässt man nun neuerlich aufhorchen.
Nur 0,83 % der Ausgaben für 11 Notarztstützpunkte
Die Jahreskosten für die Spitäler des Landes machen etwa 880 Millionen Euro aus, die Gemeinden machen dafür zusätzlich nochmal 561 Millionen Euro locker. So finden sich Gesundheitsgesamtkosten in Höhe von 1,45 Milliarden Euro im Landesbudget wieder.
NÖ zahlt einem Notarzt nur halb so viel wie das Burgenland. Wenn wir ebenso viel zahlen würden, würden wir auch bei uns ausreichend Notärzte finden.

SPÖ-Chef Sven Hergovich
Bild: SPÖ NÖ
Ein Notarztstandort koste pro Jahr nur 1,1 Millionen Euro. Somit bedeute das auch, dass man für die elf Notarztstützpunkte, die man schließen will, etwa 12 Millionen Euro pro Jahr bezahle, was nur 0,83 % der Gesundheitsgesamtausgaben ausmache. Und: Im Burgenland zahle man mit etwa 150 Euro pro Stunde für einen Notarzt das Doppelte, als in NÖ und dort gäbe es absolut keinen Mangel an Notärzten.
Die ÖVP betont indes, dass man mit dem neuen System sogar mehr in die Notfallversorgung der Landsleute investiere, da man zwar elf Notarztstützpunkte streicht, aber dafür viel mehr RTWC-Stützpunkte dauerhaft mit besser ausgebildeten Notfallsanitätern besetze. Dieses System halten auch Rotes Kreuz und Samariterbund für besser, weil es in den meisten Regionen „engmaschiger“ ist, die „Krone“ berichtete.
Wir sparen nicht bei der Notfallversorgung, ganz im Gegenteil. Wenn Hergovich das dennoch behauptet, lügt er!

ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner
Bild: krone.tv
SPÖ-Landesrätin hätte Kompetenz
Den Notarzt-Stundenlohn von 150 Euro könne man sich in Burgenland so nicht durchgängig für alle vorstellen. Man denke auch nicht, dass es ums Geld gehe – immerhin gäbe es auch genug Stützpunkte, wie St. Pölten und weitere, wo kein Mangel an Notfallmedizinern vorherrsche, heißt es aus ÖVP-Kreisen. Und: „Wenn der Wunsch da ist, Notärzten mehr Geld zu zahlen, dann kann das SPÖ-Landesrätin Eva Prischl gerne in ihrem Budget umschichten. Die Verantwortung liegt da ganz bei ihr!“
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