Kritik aus Ärztekammer

Nur Top-Notärzte sind für Versorgung viel zu wenig

Niederösterreich
17.02.2026 06:15

Trotz Ausdünnung der Notarzt-Stützpunkte in Niederösterreich wird das System nicht zu halten sein. Denn 90 Prozent der Mangel-Mediziner schließen die Ausbildung nicht ab! „Reformen sind dringend notwendig“, meint auch Florian Hoffer, Notfallreferent der Ärztekammer NÖ, und regt ein mehrstufiges Notarztsystem an.

Ein immer ärger werdender Mangel an Notärzten droht. Dafür sorgt vor allem die neue Notarztausbildung, die unter anderem eine 33-monatige spitalsgebundene „Lehre“ erfordert und die 2019 in Kraft trat.

„Die Ausbildung bringt ohne Zweifel im europäischen Vergleich Top-Mediziner hervor. Aber es sind viel zu wenige“, fordert Florian Hoffer, Notfallreferent in der Ärztekammer Niederösterreich, dringende Reformen. Die alarmierende Situation belegt er mit einem Beispiel aus 2024: In Niederösterreich gab es nur neun Notarzt-Absolventen, während 90 die Ausbildung begonnen hatten! „Das heißt, dass nur zehn Prozent auch tatsächlich abschließen“, betont der Ärztevertreter, dass man die Anforderungen teils klar zurückfahren müsse.

Notärzte auf verschiedenen Stufen
Seine Idee für eine Stabilisierung der Situation ist ein mehrstufiges Ausbildungssystem: Es sei gut, über Top-Notärzte zu verfügen. Diese sollten natürlich auch künftig mit dem Helikopter fliegen. Aber man habe davon eben viel zu wenige und zudem sind es vorwiegend Anästhesisten, weil sich die Ausbildung größtenteils deckt. Und auch der Mangel an Anästhesisten ist jetzt bereits groß. „Zur breiten Versorgung der Bevölkerung brauchen wir aber auch Mediziner, die nicht Elite sein müssen und trotzdem vieles abdecken, wie es auch jetzt der Fall ist“, mahnt Hoffer ein.

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Die Idee für die Notarztausbildung von heute stammt aus der Zeit mit absolutem Überschuss an Medizinern. In NÖ brachen 2024 rund 90 Prozent die Ausbildung ab.

Dr. Florian Hoffer, Notfallreferent in der Ärztekammer Niederösterreich

Patienten könnten auf der Strecke bleiben
Gewisse Stufen in der Notarztausbildung einzuziehen sei hier sinnvoll, um mehr Absolventen zu bekommen. Sonst könnten Patienten in nicht so schweren Fällen auf der Strecke bleiben: wenn eine stärkere Schmerztherapie nötig ist, etwa bei Palliativpatienten, die daheim sterben wollen. Denn die vorgesehenen Sanitäter dürften nicht entscheiden, den Patienten zu Hause zu lassen. Im europäischen Vergleich seien diese auch weitaus schlechter ausgebildet, so Hoffer. Acute Community Nurses könnten Abhilfe schaffen. Nur da wisse man noch nicht einmal, wie man diese künftig finanziere ...

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