Juhu, wir sind nicht allein! Nicht nur Österreich hat ein Kopftuchverbot für Mädchen (bis zur 8. Schulstufe) eingeführt, auch der islamische (!) Staat Aserbaidschan (für Mädchen bis zur Volljährigkeit). Und wie es in einem autoritären Staat halt so ist, wird dagegen protestierenden Mädchen einfach der Zutritt zur Schule verweigert.
Der starke Mann Aserbaidschans, Ilham Alijew, befürchtet einen wachsenden islamistischen Einfluss aus seinen beiden Nachbarstaaten Iran und Türkei. Im Iran lebt die andere Hälfte des aserischen Volkes, Hauptort Täbris. Aserbaidschan war ein Teil der Sowjetunion und hat die Tradition der starken staatlichen Überwachung der Religion in seiner DNA.
Hätte Alijew nicht die Erdöl- und Erdgasschätze von Baku in seiner Hand, könnte er sich die Abwehr fundamentalistischer Ansprüche seiner Nachbarn wohl kaum leisten. Alijew nimmt sie in die Zange durch enge Zusammenarbeit mit Israel.
Die Trennung von Staat und Islam war eigentlich von Atatürk „erfunden“ worden, doch unter Erdoğan gewinnen – unter seiner Führung – die politischen Ansprüche des Islam wieder an Kraft, verbunden mit ethnisch-nationalistischen Großmachtfantasien: Die Türkei und Aserbaidschan sind Teil der großen Gemeinschaft der Turkvölker im zentralasiatischen Raum.
Jetzt stieg aber Präsident Alijew gewaltig auf die Bremse. Er will Herr in seinem Haus bleiben.
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