Musik von Wolfgang Amadé Mozart und Herbert Willi erklang beim ersten Konzert der Vorarlberger Reihe Dornbirn Klassik in der heurigen Saison. Ein spannender Bogen, den das Klangkollektiv Wien spannte.
Wolfgang Amadé Mozart und Herbert Willi sind nicht zuletzt verbunden durch ihre Geburtsjahre, 1756 und 1956. Somit feiern wir in diesem Jahr den 70. Geburtstag des weltweit aufgeführten Komponisten aus dem Montafon. Um ihn ist es in den vergangenen Jahren etwas ruhiger geworden, vermeintlich. Denn er hält sich viel in Südkorea auf und hat auch aktuell immer wieder komponiert. Zu seinem 70er tritt er nun auch in Vorarlberg wieder in Erscheinung. Das SOV hatte kürzlich sein Klarinettenkonzert im Programm, das Stella Sinfonieorchester wird beim Weihnachtskonzert ein Stück Willis spielen, und seine Autobiografie „Mein zweites Leben“ ist soeben erschienen.
In der Reihe „Dornbirn Klassik“ gab nun das Klangkollektiv Wien unter Dirigenten Rémy Ballot am Montag ein Konzert, das Willi und Mozart verband. Die Ouvertüre zur „Zauberflöte“ eröffnete, die „Haffner“-Sinfonie in D-Dur KV 385 beendete das Programm, das auch drei Werke Willis aus unterschiedlichen Schaffenszeiten bot. Das wohl gewichtigste Stück war das zweite von den vier Instrumentalkonzerten, die den „Zyklus Montafon“ bilden. Sein Titel „…geraume Zeit…“ kann durchaus mystisch verstanden werden, als Ausblick auf eine Dimension, in der Raum und Zeit verschmelzen. Die Soloinstrumente Flöte und Oboe sowie das Orchester stellen in mehreren Sätzen Daseinsformen dar, vom Unangenehmen, das die schrille Piccoloflöte vermittelt, bis hin zu wunderbarer Melodik von Querflöte und Oboe, grundiert von einem ruhigen Klangteppich des Orchesters.
Mozart-Zitat
Karl Heinz Schütz und Hansjörg Schellenberger waren die berufenen Interpreten für dieses Werk. Aus dem mehrsätzigen Stück „Celebrate“ spielte das Klangkollektiv Wien den Satz „Liebesfest“. Sehr wohlklingend und gleichmäßig fließend lässt es weniger an Erotik denken als an die universelle Liebe, die der spirituellen Kultur des Fernen Ostens eigen ist. Schließlich erklang noch „Kairos im Kronos“, das Willi als Streichtrio konzipierte und dann für Streichorchester erweiterte. Das Zitat eines unvollendeten Streichtrios Mozarts überrascht im Kontext der modernen Klänge. Aber als darauf ein wunderbar ruhiger Satz, original von Willi folgt, fragt man sich, was schöner ist: Mozart oder Willi?
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