Noch nie wurde in Vorarlberg in einem Monat ein so hoher Elektroauto-Anteil bei Neuwagen erreicht wie im September: 36 Prozent aller neu zugelassenen Wagen waren Stromer.
Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis im Ländle die Elektroautos das Verkaufsranking anführen und die Verbrenner an der Spitze ablösen. Bereits im September entfielen 36 Prozent der Neuzulassungen auf Elektroautos. Wie rasant deren Siegeszug verläuft, zeigt der Vergleich mit der Vergangenheit: Im Vorjahr lag der Stromer-Anteil bei 20 Prozent, im Jahr 2019 bei nur vier Prozent.
Elektroautos als Booster für Erneuerbare
Es scheint, dass die hohen Spritpreise die Nachfrage nach E-Autos befeuern. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Elektroautos nicht nur die Erdölabhängigkeit des Verkehrs reduzieren, sondern können auch dazu beitragen, den Anteil erneuerbarer Energie insgesamt zu erhöhen. Zudem wirken sie wie mobile Speicher und stabilisieren das Stromnetz – zumindest dann, wenn sie an Tagen geladen werden, an denen viel Sonnenenergie produziert wird.
Mehr Elektro, mehr Unabhängigkeit
Das Potenzial für systemdienliches Laden ist bei Elektroautos groß. Denn im Schnitt stehen Autos rund 23 Stunden pro Tag auf einem Parkplatz. Studien zeigen, dass schon heute E-Pkw vor allem zu Hause geladen werden, 88 Prozent der Ladevorgänge erfolgen zu Hause, weitere neun Prozent am Arbeitsplatz und nur drei Prozent an öffentlichen Ladestellen. Gerade in Vorarlberg haben zunehmend mehr Haushalte eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und können so den Strom fürs Autofahren selbst erzeugen.
Milliarden Euro, die ins Ausland fließen
„Mit steigendem Elektroauto-Anteil sinkt unsere Abhängigkeit von Erdölimporten. Während die Energie für Elektroautos beispielsweise mit Photovoltaikanlagen lokal zu Hause erzeugt werden kann, muss Erdöl teuer importiert werden. Jedes Jahr fließen dadurch viele Milliarden Euro aus Österreich ins Ausland“, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf die Nachteile für die heimische Energiebilanz hin, die durch einen hohen Spritverbrauch verursacht werden.
Während die Energie für Elektroautos beispielsweise mit Photovoltaikanlagen lokal zu Hause erzeugt werden kann, muss Erdöl teuer importiert werden.
Klara Maria Schenk, VCÖ
Viel effizienter als Verbrennungsmotoren
Zudem sind Elektromotoren viel effizienter als Verbrennungsmotoren. Mit der gleichen Energiemenge kommen sie im Schnitt dreimal so weit wie Benzin- oder Diesel-Pkw, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. Darüber hinaus stoßen Elektroautos beim Fahren bekanntermaßen keine gesundheitsschädlichen Abgase und kein klimaschädliches CO2 aus.
Forderung an die Politik
Um den Siegeszug der E-Mobilität zu beschleunigen, sieht der VCÖ vor allem die Politik in der Pflicht. Konkret wird ein Ende der steuerlichen Begünstigung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor gefordert – nach belgischem Vorbild soll die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor schrittweise auf null gesetzt werden. Diese Maßnahme wäre auch deshalb besonders wirksam, da in Österreich rund zwei Drittel aller Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen werden.
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