Im Gemeindeblatt des Vorarlberger Ortes Kennelbach wurden Fotos eines Schießevents von Exekutivkräften im Jahr 2023 veröffentlicht, die einen fassungslos machen. Denn Teil des „Überraschungsparcours“ war auch eine leicht bekleidete Puppe mit dem Konterfei der damaligen SPÖ-Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner.
Ende April 2023 waren 211 Hobbyschützen, darunter auch etliche Exekutivbeamte, nach Kennelbach gereist, um an einem Schießevent teilzunehmen. Dieses stand unter dem Motto „Ibiza – wie es wirklich war”.
Als Kulisse dienten Attrappen, deren Vorbilder Personen aus der österreichischen Politik waren, darunter auch eine leicht bekleidete Puppe mit dem Konterfei der damaligen SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Die Veranstaltung im Kennelbacher Schindlersaal blieb damals der Öffentlichkeit weitgehend verborgen.
Zwar wurde auf die Puppen nicht geschossen, der Aufschrei ist aber dennoch groß, nachdem Bilder des Events in der jüngsten Ausgabe des Kennelbacher Gemeindeblatts mit über drei Jahren Verspätung veröffentlicht wurden.
Frauensprecherin will Antworten
„Eine Frau wird als leicht bekleidete Puppe erniedrigend dargestellt, und das bei einer internationalen Schießveranstaltung von Exekutivkräften. Die Verantwortlichen sollten ernsthaft ihre eigene Rolle und auch ihr Menschenbild hinterfragen. Und genauso jene Teilnehmer, die das gesehen, nichts dagegen gesagt und einfach mitgemacht haben“, zeigt sich Vorarlbergs SPÖ-Frauensprecherin Manuela Auer schockiert.
Die Verantwortlichen sollten ernsthaft ihre eigene Rolle und auch ihr Menschenbild hinterfragen.
SPÖ-Frauensprecherin Manuela Auer
„Hat das dort wirklich niemand hinterfragt?“
Dass die Gemeinde Kennelbach die Bilder drei Jahre später „in einer Art netten Erlebnisaufsatz“ veröffentliche und der Organisator das in Folge als Scherz rechtfertige, mache die Sache nur schlimmer, so Auer: „Ich frage mich schon, was sich der Bürgermeister und die Verantwortlichen in der Gemeinde dabei gedacht haben?“
Die Bilder seien offenbar drei Jahre alt „und jetzt werden sie plötzlich veröffentlicht?“, stellt Auer in den Raum: „Da wird eine Frau bei einem Schießwettbewerb auf widerwärtige Weise herabgewürdigt – und statt die Organisatoren zur Rede zu stellen, veröffentlicht man die Fotos im Gemeindeblatt und würdigt damit sogar noch die abscheuliche Kulisse. Hat das dort wirklich niemand hinterfragt?“, ist die Sozialdemokratin fassungslos.
Auer will nun genau wissen, wie es zu der Veröffentlichung gekommen ist und welche Konsequenzen die Gemeinde nun daraus ziehen will. „Einfach zur Tagesordnung überzugehen, wäre das völlig falsche Signal.“
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