Vier große Vorarlberger Unternehmen – Gebrüder Weiss, Rauch Fruchtsäfte, Rhomberg Gruppe und die Julius Blum GmbH – unterstützen die Position von Land Vorarlberg, Gemeinden, Wirtschaftskammer und einer Bürgerinitiative, die einen Ausbau der Bahn im Unteren Rheintal fordern.
Die international tätigen Vorarlberger Paradeunternehmen plädieren in einem gemeinsamen Schreiben für eine rasche Beseitigung der bestehenden Engpässe und eine ernsthafte und ergebnisoffene Prüfung unterirdischer Lösungen für jene Bereiche, in denen eine oberirdische Erweiterung mit erheblichen Eingriffen in Siedlungsraum und Lebensqualität verbunden wäre. Konkret geht es um den kapazitätserhöhenden Ausbau der Bahnverbindung zwischen Wolfurt und der deutschen Staatsgrenze. Das eingleisige Nadelöhr zwischen Bregenz und Lochau müsse überwunden werden, für den sensiblen Siedlungs- und Landschaftsraum entlang des Bodenseeufers soll im dicht besiedelten Abschnitt eine unterirdische Lösung, etwa als Unterflurtrasse entlang des Seeufers oder als Tunnel durch den Pfänder, geprüft werden. Das Ziel müsse eine „leistungsfähige Bahnverbindung für Personen- und Güterverkehr sein, die den Anforderungen von Wirtschaft, Bevölkerung und grenzüberschreitender Mobilität gerecht wird“.
Für den Standort von zentraler Bedeutung
„Für die exportorientierte Vorarlberger Wirtschaft ist eine leistungsfähige Bahnanbindung Richtung Deutschland und zu den Nordseehäfen von zentraler Bedeutung. Deutschland ist für viele unserer Kunden der wichtigste Absatz- und Beschaffungsmarkt. Unsere Region ist in Richtung Deutschland über die Straße hervorragend angebunden – auf der Schiene fehlt jedoch bis heute eine entsprechend leistungsfähige Verbindung“, erklärt Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Gebrüder Weiss.
Daraus ergebe sich ein klarer Handlungsauftrag: „Wenn wir mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern wollen, braucht es einen raschen und zukunftsfähigen Ausbau der Bahnverbindung Richtung Deutschland. Der Güterbahnhof Wolfurt kann dabei als wichtige Schnittstelle zwischen Straße und Schiene eine zentrale Rolle für Vorarlberg und die gesamte Bodenseeregion spielen.“
Bahnnetz stößt an seine Grenzen
Auch für den Fruchtsaftriesen Rauch ist die Schiene ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen und leistungsfähigen Transportlogistik. „Rauch setzt seit vielen Jahren konsequent auf die Schiene und zählt zu den größten Bahnkunden Österreichs. Damit das auch in Zukunft funktioniert, brauchen wir leistungsfähige Verbindungen ins Ausland. Wenn wir mehr Verkehr auf die Schiene bringen wollen, müssen wir auch die notwendige Infrastruktur schaffen“, so Harald Krammer, Geschäftsführer Operations bei Rauch Fruchtsäfte.
Ins gleiche Horn bläst Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Gruppe. Aus seiner Sicht stößt das bestehende Bahnnetz bereits heute an seine Grenzen: „Die Bahninfrastruktur ist nicht fit für die Zukunft, wir haben nur eingleisige Verbindungen in die Nachbarländer und gleichzeitig immer höhere Frequenzen. Die Erweiterung des Wolfurter Güterbahnhofs erfordert zusätzlich einen Ausbau.“
Die Bahninfrastruktur ist nicht fit für die Zukunft, wir haben nur eingleisige Verbindungen in die Nachbarländer und gleichzeitig immer höhere Frequenzen.
Hubert Rhomberg
Die Schiene entlastet das Klima
Wie stark die Vorarlberger Industrie bereits heute auf den Schienengüterverkehr setzt, zeigt das Beispiel Blum. Der Beschlägehersteller transportiert einen erheblichen Teil seiner Produkte per Bahn, baut die eigene Infrastruktur kontinuierlich aus und sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Straßen und zur Reduktion von Emissionen. „Wir erleben jeden Tag, wie wichtig eine leistungsfähige Bahninfrastruktur für die zuverlässige Belieferung unserer Kunden ist. Mehr als ein Drittel unserer Produkte wird bereits per Bahn transportiert – damit vermeiden wir jährlich über 20.000 Lkw-Fahrten“, betont Gerhard Humpeler, CFO der Blum Group.
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