Nur 72 Stimmen fehlten der ÖVP-Herausforderin 2022 in Müllendorf auf den SPÖ-Kandidaten. Nächstes Jahr werden die Karten neu gemischt.
Egal, wer Langzeit-Bürgermeister und SPÖ-Urgestein Werner Huf nächstes Jahr bei der Gemeinderatswahl nachfolgen wird, eines ist wohl fix: Es wird eine Frau sein. Die SPÖ schickt Rosemarie Harter ins Rennen, die ÖVP Monika Teubenbacher-Schriefl. Harter hat den Startvorteil, dass sie bei der morgigen Gemeinderatssitzung aller Voraussicht nach von der SPÖ-Mehrheit zur Nachfolgerin von Huf gewählt wird.
Einarbeitungszeit
Die Gemeindevorständin will die Zeit bis zur Kommunalwahl nutzen, um sich in der neuen Rolle einzufinden. Im Gemeinderat sitzt sie seit 2002. „Die Menschen kennen mich, sie wissen, dass ich nicht um den heißen Brei herumrede“, sagt sie. Gerade in Zeiten, in denen das Geld bei den Gemeinden knapp ist, will sie auf Pragmatismus setzen. Es sei wichtig, dass es den Menschen gut gehe. Doch das Geld sei nicht im Übermaß vorhanden, so Harter. Die Politik wurde ihr quasi in die Wiege gelegt, ihr Vater war 28 Jahre lang Ortschef.
„Monika will‘s wissen“
Nichtsdestotrotz erhofft sich Teubenbacher-Schriefl gute Chancen auf den Bürgermeistersessel. „Die eigentliche Entscheidung treffen die Menschen 2027“, meint sie. 2022 fehlten ihr nur 72 Stimmen auf Huf. Die Vizebürgermeisterin startet demnächst die Initiative „Monika will’s wissen“: Anliegen-Boxen an zentralen Orten, persönliche Gesprächsrunden und ein direkter Zugang über die Social-Media-Kanäle. „Ich will wissen, was die Menschen in Müllendorf wirklich bewegt – vom Ortsbild über Kinderbetreuung bis zu den Vereinen. Und was wir aufgreifen, wird sichtbar erledigt“, sagt die ÖVP-Kandidatin.
Urgestein geht
Huf selbst spricht übrigens vom richtigen Zeitpunkt, zu gehen. Seit 1992 sitzt er im Gemeinderat, 1999 wurde er Vizebürgermeister. Seit 2007 leitet er die Geschicke der Gemeinde. Er freue sich schon, den Kopf einmal freizubekommen und diese gewaltige Verantwortung abgeben zu können. „Es war eine schöne Zeit, ich möchte keinen Tag missen. Aber ich bin auch froh, dass es vorbei ist“, so der 62-Jährige.
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