Steht in Ollersdorf ein Wechsel an der Gemeindespitze bevor? Die SPÖ sieht Hinweise auf einen Rückzug von Bürgermeister Bernd Strobl. Der streitbare ÖVP-Ortskaiser denkt aber nicht daran, sich in die Karten schauen zu lassen. Weder beim Müllverband, noch in seiner Gemeinde.
Wer Bernd Strobl kennt, weiß: Der schwarze Ortskaiser aus Ollersdorf lässt sich nicht gerne etwas vorschreiben. Schon gar nicht von der SPÖ. Jetzt brodelt ausgerechnet um seine politische Zukunft die Gerüchteküche. Und der ÖVP-Klubobmann gießt mit seiner Antwort gleich selbst Öl ins Feuer.
Auslöser ist der jüngste Streit um die Gehälter der Gemeindebediensteten. Nachdem Strobl, wie die „Krone“ berichtete, erneut eine verspätete Auszahlung in Aussicht gestellt hatte, forderten die SPÖ-Landesgeschäftsführer Friedrich Radlspäck und Kevin Friedl seinen Rücktritt. Nun sollen die beiden erfahren haben, dass der Bürgermeister im November aus dem Vorstand des Burgenländischen Müllverbandes ausscheiden soll. Dazu kommt eine angebliche Reservierung des Gemeindesaals für Ende April. Steht nach 14 Jahren an der Spitze von Ollersdorf tatsächlich ein Amtswechsel bevor, fragt die SPÖ?
Die Roten wittern jedenfalls einen „Rückzug in Etappen“. Radlspäck fordert Klarheit: „Zwischen einer Saalreservierung und einer Rücktrittserklärung liegt noch ein entscheidender Schritt.“ Auch die verlässliche Auszahlung der Mitarbeitergehälter müsse sichergestellt werden.
Strobl: „DDR-Methoden funktionieren bei der ÖVP nicht“
Doch wer auf eine Antwort des Bürgermeisters hofft, beißt auf Granit. Auf Nachfrage der „Krone“ lässt Strobl wissen: „Wann Strobl was erklärt und wozu er Stellung nimmt, entscheidet Strobl selbst.“ Dann folgt der nächste Seitenhieb: Radlspäck sei es offenbar gewohnt, SPÖ-Bürgermeistern Anweisungen zu erteilen. „Diese DDR-Methoden funktionieren bei Strobl und den ÖVP-Bürgermeistern aber nicht.“
Bekommen die Mitarbeiter rechtzeitig ihren Lohn?
Ob er tatsächlich seinen Abschied vorbereitet, lässt er damit offen. Auch zum angeblichen Ausscheiden beim Müllverband und zur Saalreservierung gibt es keine Auskunft. Stattdessen beendet Strobl die Debatte mit einem knappen Satz: „Mehr ist dazu nicht zu sagen.“ Für die rund 15 Gemeindebediensteten steht unterdessen eine andere Frage im Vordergrund. Ihre Oktober-Gehälter sind am Donnerstag fällig. Ob das Geld pünktlich auf ihren Konten landet, ist ungewiss.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Freuen Sie sich auf viele neue Funktionen und noch mehr Möglichkeiten zum Austausch. Mehr Informationen finden Sie hier.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.