Sparpläne in Salzburg

Ein ewiges Hin und Her beim Kindergarten-Bus

Salzburg
14.10.2026 08:00

Am Beispiel des Kindergarten-Transportes in Salzburg sieht man, wie schnell sich Sparpläne von Landesregierungen verflüchtigen können und wie sehr sogar die Landeschefs von der Gunst der Bürgermeister abhängig sind.

Seit 2. Juli 2025 führt Karoline Edtstadler die Geschicke mit Marlene Svazek im Land. Ex-Landeshauptmann Wilfried Haslauer übergab damals an die Ex-Bundesministerin in einer Zeit, in der Sparen mehr als notwendig war.

Juli 2025: Edtstadler und Svazek sind mit einem Schuldenberg konfrontiert: 1,7 Milliarden Euro, rund 300 Millionen Euro sollten 2025 hinzukommen. Großinvestitionen wie das neue Dienstleistungszentrum oder der Festspiel-Umbau standen an. Der Spardruck war enorm.

November 2025: Die Landesregierung beschließt, den Sparstift bei Kindergartenbussen anzusetzen. Kurz erklärt: Eine Gemeinde wie Strobl, deren Kinder oft weit weg vom Kindergarten wohnen, organisiert einen privaten Transport für die Kleinen. Die Eltern zahlen einen überschaubaren Beitrag, die Gemeinde Strobl schießt 20.000 Euro pro Jahr zu und das Land zahlt ebenfalls kräftig mit. Die Kürzung hätte bedeutet, dass Eltern rund 40 Euro pro Monat mehr zahlen müssten. Für das Land würde die Sparmaßnahme rund 500.000 Euro pro Jahr betragen.

Am Land unersetzlich: Die Kindergarten-Busse, die meist privat betrieben, aber stark gefördert ...
Am Land unersetzlich: Die Kindergarten-Busse, die meist privat betrieben, aber stark gefördert werden.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Dezember 2025: Die Bürgermeister im Land schreien auf. Strobls Bürgermeister Harald Humer meinte: „In Strobl nutzen 35 Kinder das Angebot. Es ist unklar, ob wir den Bus künftig finanzieren können. Das Aus für die Förderung zieht einen Rattenschwanz an Problemen nach.“ Robert Bukovc, Bergheims Ortschef, sagte damals: „Wenn Kürzungen so überfallsartig passieren, dann nimmt uns das die Planungssicherheit. Zwei Monate vor dem Entfall der Förderung davon zu erfahren – das ist eindeutig zu spät.“

Frühjahr 2026: Völlig überraschend fuhren die Busse mit Landesförderung weiter. Niemand wusste davon, das Geld sei trotz Streich-Ankündigung weiter ausbezahlt worden.

Oktober 2026: Edtstadler verkündete jüngst eine Verdoppelung des Zuschusses. Statt 500.000 wird 2027 und 2028 gar eine Million Euro pro Jahr gezahlt. Aus Verstärkungsmitteln. Also nicht konkret budgetiert, sondern aus den Mitteln, die für die Absicherung von Kostenüberschreitungen bei Projekten als Puffer reserviert sind. JHK

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