„Krone“-Interview

KISS: „Manchmal braucht man ein dickes Fell“

Musik
15.10.2026 05:00

Im Zuge von „50 Jahre KISS in Deutschland“ kommt Gitarrist Tommy Thayer am 30. Oktober zu einer Show nach Düsseldorf. Auch wenn die Kultband Ende Dezember 2023 offiziell in Live-Pension ging, hinter den Kulissen tut sich so einiges. Grund genug, um beim bodenständigen Vollblutmusiker nachzufragen. Und fürwahr – man darf sich auf so einiges freuen.

kmm

„Krone“: Tommy, am 30. Oktober findet in Düsseldorf die offizielle Fan-Feier zu 50 Jahre KISS in Deutschland statt. Unter anderem mit dir als KISS-Star und der kultigen Metal-Sängerin Doro Pesch, die du schon ziemlich lange kennst.
Tommy Thayer:
 Sie war für eine Veranstaltung namens „Foundations Forum“ in Los Angeles – eine Art Convention für Hard Rock und Heavy Metal. Das war wahrscheinlich in den späten 80ern, vielleicht 1989 oder 1990. Sie war dort mit ihrem damaligen Manager, und sie bereiteten gerade die Planung für ein neues Album vor. Sie sprachen Gene Simmons darauf an, ob er die Produktion übernehmen würde; er sagte zwar zu, war aber zu der Zeit stark mit KISS beschäftigt und viel auf Tour. Also bat er mich, als Co-Produzent bei dem Projekt einzusteigen. Ich war dann direkt vor Ort im Studio und habe die praktische Arbeit übernommen. Dabei baute ich einen guten Draht zu Doro auf, und wir wurden richtig gute Freunde. Ich habe den Großteil der Gitarren für das Album eingespielt und an einigen Songs als Co-Autor mitgewirkt. Es war eine tolle Erfahrung. Etwa ein oder zwei Monate später war sie wieder in L.A., und wir begannen in einem kleinen Studio in Los Angeles mit den Aufnahmen.

Wir wissen zwar, dass sich KISS als Live-Band zurückgezogen haben, aber ich glaube, hinter den Kulissen passiert unglaublich viel und du bist ein wesentlicher Bestandteil all dieser Dinge, die da gerade laufen. Woran arbeitest du im Moment?
Irgendwie läuft es immer so: Ich bin derjenige, der bei jedem Projekt aushelfen kann, weil ich mich so gut mit der Band auskenne – sie ist ja ein riesiger Teil meines Lebens. Ich schätze mich glücklich, diese Rolle spielen und diese Dinge machen zu können, aber im Moment liegt einer der Schwerpunkte auf dem sogenannten „Avatar-Show“-Projekt - einer High-Tech-Produktion, die intellektuelle Aspekte und KI-Elemente einbezieht. Sie befindet sich gerade in der Entwicklungs- und Produktionsphase. Ich helfe dabei, die Authentizität im Sinne von KISS zu wahren. Außerdem arbeite ich am Soundtrack, was wirklich interessant ist. Wir haben auch Motion-Capture-Aufnahmen gemacht – also Bewegungsabläufe für die Kamera. Bislang ist es eine gute Erfahrung, und wir arbeiten intensiv daran. Es ist ein großes Projekt, das noch ein oder zwei Jahre bis zur Fertigstellung und Veröffentlichung brauchen wird, da unter anderem ein eigenes Theater dafür gebaut wird. Ich kann zwar nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es ist ein gewaltiges Unterfangen, an dem ich maßgeblich beteiligt bin.

Dir ist sicher die ABBA-Voyage-Show in London ein Begriff. Die Hologramm-Show, für die auch eine eigene Halle gebaut wurde.
Ja, ich habe sie mir schon ein paar Mal angesehen und war absolut begeistert. Ich sage den Leuten immer, dass es ein gutes Beispiel für die Richtung ist, in die wir uns mit diesem Projekt bewegen. Wenn Leute fragen, worum es dabei eigentlich geht, sage ich: „Wenn ihr die Gelegenheit habt, schaut euch ‘ABBA Voyage‘ in Ost-London an.“ Man hat das Gefühl, sie live spielen zu sehen. Genau das ist der entscheidende Punkt. Das Interessante ist: Als wir die KISS-Show entwickelt haben – technologisch gesehen vier oder fünf Jahre nach dem, was sie gemacht haben -, war der Stand der Technik schon viel weiter; die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Jetzt haben wir die KI und ich glaube, das wird unsere Show ausmachen. Wir können noch einen Schritt weitergehen, als das, was sie damals gemacht haben.

Wo werdet ihr die Halle hinstellen?
Es ist von Las Vegas die Rede, aber ich glaube, letztendlich geht es um das größere Ziel, weltweit solche Theater zu etablieren. Ich denke, wir werden in Zukunft mehr davon sehen – etwa bei Bands, die in die Jahre kommen, oder bei anderen Entertainern und Künstlern, die virtuelle Shows veranstalten. Gerade angesichts der technologischen Entwicklung wird das meiner Meinung nach in den nächsten zehn Jahren deutlich häufiger vorkommen.

Das ist eine gute Möglichkeit, um KISS als Band und die Legende dahinter unsterblich zu machen …
Es funktioniert hervorragend bei einer Band wie KISS, weil wir ohnehin unsterblich sind. Diese Charaktere und die gesamte Bildsprache sind mittlerweile so ikonisch – das ist fast wie eine Marke von Marvel. Bei KISS gibt es so viele weitere Möglichkeiten. Es geht nicht nur um die Band, die Musik und die Show an sich; dank der visuellen Identität und der Charaktere kann man das Ganze auf vielfältige Weise weiterentwickeln und in ganz neue Richtungen gehen.

Du hast bei KISS jede erdenkliche Rolle eingenommen: als Musiker, als Fan, als Freund der Bandmitglieder, als Komponist – einfach alles. Du hattest jede Rolle inne, die es im Kontext der Band überhaupt geben kann. Würdest du sagen, dass dies die erste richtige Band war, die das Konzept des Marketings – und die Verbindung von visuellen und akustischen Elementen – wirklich verstanden hat?
Das steht außer Frage. KISS waren Vorreiter im Hinblick auf Marketing und Merchandising. Natürlich auch bei der Live-Show, den Effekten, der Pyrotechnik, dem Konfetti. All das nahm bei KISS seinen Anfang. Und viele Bands haben sich später dieser Elemente bedient – ​​heute, 40 oder 50 Jahre später. KISS waren definitiv revolutionär, was Konzert-Merchandising und Bühneneffekte angeht.

Inwieweit bist du sonst noch im Schreiben neuer Songs involviert? Ich glaube, du hattest erwähnt, dass Paul Stanley an etwas Neuem arbeitet bzw. das neue Musik ansteht …
Wir haben vor ein paar Monaten in L.A. einen neuen Song produziert. Also Paul hat ihn geschrieben und wir haben ihn gemeinsam aufgenommen. Ich kann noch nicht allzu viel darüber verraten, da mir die Einzelheiten zur Veröffentlichung fehlen; es muss für uns ein besonderer Anlass sein, ihn herauszubringen und das wird irgendwann in hoffentlich naher Zukunft geschehen. Alle werden diesen neuen Song lieben. Es hat großen Spaß gemacht, zusammenzukommen und ihn aufzunehmen, zumal wir tatsächlich schon eine ganze Weile keine gemeinsame Aufnahme mehr gemacht hatten.

Wenn man, so wie du, hinter den Kulissen an KISS arbeitet: Steht man da ständig in engem Kontakt mit Paul und Gene, oder ist das eher eine Art Fernbeziehung? Und wie viel Entscheidungsfreiheit hast du?
Ich tausche mich ziemlich oft mit ihnen aus. Wir alle vier reden ständig miteinander. Und Doc McGhee, unser Manager, ist auch dabei. Wir haben einen Gruppenchat, in dem wir uns täglich austauschen. Da gibt es Witze und Lustiges, aber auch Informationen und ganz normale Gespräche. Wir bleiben sehr eng in Kontakt. Gerade jetzt, mit Projekten wie der Avatar-Show, habe ich den Spielraum, Dinge anzugehen und Entscheidungen zu treffen. Sie vertrauen meiner Sichtweise und meiner Einschätzung in vielerlei Hinsicht sehr. Es gibt viele Dinge, die ich tun kann, ohne mir ständig die Zustimmung aller einholen zu müssen. Sie lassen mich machen, weil sie wissen, was ich tue.

Wir alle wissen, dass KISS letztlich mehr als nur eine Band oder Marke ist – sie haben auf gewisse Weise etwas Überlebensgroßes. Wie hast du diese Entwicklung der Band aus deiner persönlichen Sicht erlebt? Zuerst als jemand, der zur Band stieß, dann als Musiker, der all das auf der Bühne und in ähnlichen Situationen miterlebte. Wie hast du diesen Wandlungsprozess persönlich empfunden?
Persönlich gesehen? Ich kann es kaum fassen, welchen Weg ich in Bezug auf KISS eingeschlagen habe. Ich war schon immer ein großer Fan, aber angefangen hat alles 1974 oder 1975. Diese ersten Alben waren wichtig für meine Entwicklung oder meinen Weg – den Einstieg in die Musik, das Spielen von Rock’n’Roll, das Lernen der Gitarre. Das passierte alles mit 13 oder 14 Jahren und KISS waren ein wesentlicher Bestandteil dieser Lebensphase. Ich habe die ersten drei Studioalben geliebt. Und für mich ist „KISS Alive!“ das Nonplusultra, was das Rock’n’Roll-Klangerlebnis angeht. Es ist die Vorlage für so vieles. Es war mir wichtig. Wenn man mir also 1975 – als ich KISS live in Portland, Oregon, sah – jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages selbst in der Band spielen würde, hätte ich das niemals geglaubt. Schon gar nicht, dass es nicht nur kurz, sondern 25 Jahre lang war und ich maßgeblich an der weiteren Entwicklung und dem Werdegang von KISS beteiligt sein würde.

Es ist lustig: Die Leute sagen immer: „Mensch, Tommy, du bist schlau, du hattest diesen Plan - du wolltest dich Schritt für Schritt hocharbeiten und irgendwann in der Band landen.“ Aber die Wahrheit ist: Ich hatte nie einen Plan. Ich folge einfach meinem Herzen und tue das, wofür ich brenne und was ich liebe. Wenn sich daraus ein Beruf entwickelt, kann man sich wirklich glücklich schätzen. Ich bin diesem Weg gefolgt und die Dinge haben sich ergeben – es ist nicht wirklich Glück. Ich bin ein sehr beharrlicher Mensch. Wenn ich etwas anpacke, bin ich der Letzte, der aufgibt oder hinschmeißt. Man braucht manchmal ein dickes Fell, um da durchzukommen. Auf lange Sicht gelangt man aber an einen Punkt, an dem man sich denkt: „Wie bin ich eigentlich hierhergekommen?“ Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich diesen Weg gegangen bin.

Auch ungeschminkt lässt es sich gut rocken: Tommy Thayer ist auf der Bühne für KISS seit jeher ...
Auch ungeschminkt lässt es sich gut rocken: Tommy Thayer ist auf der Bühne für KISS seit jeher anpassungsfähig(Bild: Will Byington)

Wir wissen alle, dass die Egos und Charaktere in KISS groß sind. Ist es besonders wichtig, eine Art Fels in der Brandung zu sein, der niemals aufgibt, wenn man mit solchen Persönlichkeiten zusammenarbeitet?
Das steht außer Frage. Gene und Paul haben starke Persönlichkeiten – ein ordentliches Ego, wie man so sagt -, was man auch braucht, um das zu leisten, was sie tun. Ich hingegen bin eher der ausgeglichene, ruhige Typ. Ich bin geduldig und kann mit vielen Situationen gut umgehen. Mit einem empfindlichen Ego kommt man nicht weit. Ich glaube, dass meine Persönlichkeit, meine Arbeitsmoral und mein Wesen einen großen Unterschied machen. Es scheint die richtige Kombination zu sein, die funktioniert, denn sie haben schon viele verschiedene Phasen und Besetzungswechsel in der Band hinter sich. Oft scheitert es an zwischenmenschlichen Problemen. Das sieht man bei Bands häufig, wenn sie wachsen: Man fragt sich, wie es sein kann, dass die Eagles oder am Ende auch die Beatles nicht mehr zusammenarbeiten wollten. Aber genau das passiert ständig. Wir hatten da Glück; wir haben jetzt die richtige Mischung an Persönlichkeiten, damit es funktioniert.

Es gibt kaum jemanden wie dich, der als Fan einer Band angefangen hat und dann selbst Musiker und ein fester Bestandteil der Band wurde. Kannst du dich noch an die Zeit erinnern, als du einfach nur ein Fan von KISS warst?
Genau das treib mich an: Ich habe mir diese Leidenschaft und Begeisterung bewahrt, im Grunde immer noch Fan zu sein. Als ich dort anfing – zunächst nur, um hinter den Kulissen für die KISS-Organisation zu arbeiten – war ich unglaublich begeistert, dass ich das überhaupt machen konnte. Anfangs nur Teilzeit, aber wie großartig ist das? Ich darf für KISS arbeiten, mich einbringen, an Projekten mitwirken und sie unterstützen. Was für ein fantastischer, cooler Job. Ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit hatte.

Wie hat die Zeit, in der du bei KISS gespielt hast, dein Leben verändert? War es ein anderes Leben, diese großen Tourneen zu spielen und allabendlich den Applaus von zehntausenden Menschen zu bekommen?
Das Niveau, auf dem sich KISS bewegen ist eine ganz andere Liga, aber ich war schon viele Jahre in diesem Geschäft unterwegs, bevor ich zur Band stieß. Ich hatte etwa eine Band namens Black ‘n Blue und war damit einige Jahre lang professionell tätig. Mein Werdegang verlief eher schrittweise. Ich hatte nie diesen plötzlichen Durchbruch über Nacht; es war eher ein langsamer Aufbau. Black ‘n Blue hat dazu beigetragen. Wir sind langsam gewachsen und auch wenn wir nicht zu absoluten Superstars wurden, lief es doch ziemlich gut. Es war ein Sprungbrett, das zu weiteren Möglichkeiten führte. Wenn man mit 22 Jahren über Nacht berühmt wird, weiß man oft nicht, wie man damit umgehen soll. Viele Leute schaden sich in solchen Situationen selbst. Ich bin zufrieden damit, wie es gelaufen ist; das Tempo der Entwicklung war genau richtig.

Du hast mit Shogun Mojo heuer ein neues Projekt gestartet – bist du aber froh darüber, dass du nicht noch von null beginnen musst in einer Zeit, in der Musik nicht mehr den Wert von früher hat?
Es ist an sich sehr schwer, in diese Position zu kommen – besonders heutzutage. Ich halte es für fast unmöglich. Zumindest hat es in vielerlei Hinsicht den Anschein. Ich möchte niemandem den Mut nehmen, aber es ist sehr schwierig, eine Band zu starten, oder als Künstler den Punkt zu erreichen, an dem man bekannt und erfolgreich ist. Es gibt so viele Leute, die das wollen und angesichts der heutigen Beschaffenheit und Struktur des Musikgeschäfts ist es sehr schwer. Es war schon damals hart, als wir in den frühen 80ern anfingen und mit Black ‘n Blue unseren ersten Major-Deal bei Geffen Records bekamen, aber heutzutage wüsste ich gar nicht, wie man eine Karriere überhaupt angehen sollte. Ich kenne natürlich YouTube und all diese Plattformen, aber ich weiß nicht, wie man dabei Geld verdienen und vorankommen kann.

Was können die Menschen von diesem KISS-Event mit dir in Düsseldorf erwarten? Und ist das der Beginn von weiteren Events?
Ein Fan-Event wie das am 30. Oktober in Düsseldorf ist vor allem deshalb großartig für die Fans, weil sie zusammenkommen, eine tolle Zeit haben und KISS erleben. In der „KISS Army“ herrscht ein echter Gemeinschaftsgeist; es ist ein weltweites Miteinander, bei dem Leute von überall her anreisen. Für die Fans ist es mehr als alles andere eine Art Wiedersehen. Mir persönlich ist es wichtig, den Leuten ein ganz persönliches Erlebnis zu bieten: Wir können „Hallo“ sagen, ein paar Minuten plaudern, uns die Hände schütteln, Autogramme geben – einfach ganz nah dran sein, sich unterhalten und diesen Tag gemeinsam genießen. Ich setze mich sehr dafür ein, dass es für alle ein schönes Erlebnis wird. Ich habe selbst als Fan angefangen, deshalb kann ich das gut nachvollziehen. Ich möchte auf keinen Fall, dass jemand enttäuscht ist oder denkt: „Ach, der ist ja gar nicht sympathisch“ oder so etwas. Es hat eine enorme Bedeutung für die Menschen, wenn sie jemanden von einer ihrer Lieblingsbands treffen – jemanden, dessen Weg sie vielleicht schon ihr ganzes Leben lang verfolgen. Deshalb möchte ich, dass es für sie ein durchweg positives Erlebnis wird, soweit es mir möglich ist.

Wir kennen alle den berühmten Spruch: „Triff niemals deine Idole.“ Hast du das damals als Fan selbst erlebt?
Als Kind bin ich herumgehangen und habe versucht, Leute zu treffen – in Läden oder so. Manchmal waren sie echt cool, aber manchmal war es auch sehr enttäuschend. Ich will jetzt keine Namen nennen, aber es ist schon enttäuschend, wenn jemand, den man wirklich bewundert, dem man folgt und den man jahrelang toll fand, sich dann als ziemliches Arschloch entpuppt. Das fühlt sich nicht gut an, aber es kommt natürlich vor.

Es ist ein Drahtseilakt: Einerseits muss man diesen riesigen, egozentrischen Rockstar verkörpern, besonders bei KISS, andererseits sollte man für die Leute greifbar bleiben. Es gibt also einerseits dieses fast Außerirdische, dieses Erlebnis jenseits unserer Welt, und andererseits sollte man jemand sein, der für die Menschen da ist.
Die Situation hat sich für die Jungs im Laufe der Jahre gewandelt und das ist auch verständlich. Als alles begann und sie in der Öffentlichkeit standen – ohne dass die breite Masse wusste, wer sie eigentlich waren – gab es nie Fotos von ihnen ohne das Make-up. Es hatte etwas von Clark Kent und Superman – eigentlich ein ziemlich cooles Image. Sie wirkten fast wie Superhelden; niemand wusste so recht, wer sie waren oder wie sie ohne Maske aussahen. Damals waren sie wohl ein Stück weit von den Leuten distanziert – zumindest was den persönlichen, direkten Kontakt anging, doch im Laufe der Jahre hat sich das völlig geändert. Nachdem KISS in den 80ern das Make-up abgelegt hatten, entwickelte sich das Ganze hin zu einer sehr engen, persönlichen Beziehung zu den Fans und wir legen großen Wert darauf.

Wir veranstalten schon seit zehn oder elf Jahren die „KISS Kruise“ auf einem Kreuzfahrtschiff – ein Event, das sich zu einem echten Erfolg entwickelt hat. Dabei sind 3000 KISS-Fans auf einem Schiff der „Norwegian Cruise Line“ unterwegs. Eine knappe Woche all-inclusive – das ist eine großartige Erfahrung. Man verbringt die ganze Zeit auf dem Schiff, es gibt Shows und Aktivitäten, man trifft Leute, und andere Bands spielen an verschiedenen Orten an Bord. Es geht darum, die Fans zu treffen und ihnen ganz nah zu sein. Letztes Jahr haben wir uns dazu entschieden, die „Kiss Kruise“ an Land zu veranstalten: in Las Vegas, nach demselben Konzept, nur eben in einem Ressort. Wir haben das letzten November getan und werden es diesen November wiederholen, im „Virgin Resort“ in Las Vegas. Man kann sich online über die „KISS Kruise – Landlocked Vegas“ informieren und mitmachen. Aber auch das Event in Düsseldorf ist wichtig: Am 30. Oktober bin ich als Ehrengast bei der Veranstaltung „KISS – 50 Years In Germany“ dabei – das wird klasse.

Mit den großen Tourneen ist Schluss, aber wirst du mit Gene und Paul als KISS in absehbarer Zukunft wieder die Bühne teilen?
Klar. Wir werden bei der „KISS Kruise“ dabei sein. Was darüber hinausgeht: Wir planen zwar keine richtigen Tourneen mehr, aber das heißt nicht, dass wir nicht mal einen einzelnen Auftritt, eine kurze Residenz oder ein besonderes Event spielen würden – einfach irgendwo auftauchen und etwas Cooles machen. Es gibt da keine festen Regeln, aber ich glaube nicht, dass wir noch einmal so auf Tour gehen werden, dass wir 100 Termine im Jahr absolvieren. Genau darum ging es bei der „End Of The Road“-Tour: Sie markierte das Ende des Tournee-Zyklus.

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